Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Nach römischen Nein zu Laientaufe und Laienpredigt

Hoping: Einsicht bei deutschen Bischöfen nötig

Der Freiburger Dogmatiker Helmut Hoping sieht im neuesten Brief aus Rom eine weitere Eskalationsstufe zwischen Rom und den deutschen Bischöfen und wünscht sich mehr Klarheit vom Papst.
Helmut Hoping
Foto: Conny Ehm | Der Freiburger Dogmatiker Helmut Hoping erlebt "eine dramatische Erosion bischöflicher Autorität, allen voran des Heiligen Stuhls".

"Eine weitere Eskalationsstufe im Konflikt zwischen den deutschen Bischöfen und dem Heiligen Stuhl“, nennt der Freiburger Dogmatiker Helmut Hoping den Brief des Liturgie-Dikasteriums vom vergangenen Mittwoch. In einem aktuellen Interview mit dem katholischen Nachrichtenportal „Domradio“ sagt er, das Verhältnis zwischen deutschen Bischöfen und Rom werde prekär bleiben, solange die Bischöfe in Deutschland nicht einsehen, „dass sie sich mit den Beschlüssen des Synodalen Wegs in eine Sackgasse manövriert haben“.

Predigt von Laien in der Eucharistie sei „rechtlich unwirksam

Der Dogmatiker widerspricht damit dem Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK), das das römische Schreiben als Diskussionsbeitrag aufgefasst hat und darauf mit dem lapidaren Satz reagierte, die kirchliche Praxis in Deutschland sei nun einmal weiter als die Lehre. 

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Hoping ist entschieden anderer Meinung. Beim Schreiben aus Rom handle es sich nicht um einen Diskussionsbeitrag. Rom erkläre vielmehr die Rechtslage, nach der „kein Bischof die Vollmacht habe, von der Bestimmung, bei der die Homilie in der Messfeier die Weihe voraussetzt (can. 767 § 1 CIC), zu dispensieren“. Eine bischöfliche Erlaubnis zur Predigt von Laien in der Eucharistie sei „rechtlich unwirksam“. Kein Bischof könne behaupten, „dass die Praxis mit der Rechtsordnung der katholischen Kirche vereinbar sei“, so der Freiburger.

Keine Notwendigkeit für Taufen durch Laien

Die Einheit von Wort und Sakrament sei das entscheidende Argument dafür, die Homilie genauso wie die Verkündigung des Evangelium in der Messe an die Weihe zu binden, sagt Hoping und verweist auf das Schreiben aus Rom, in dem steht: „Wort und Sakrament sind untrennbare Realitäten, und insofern sie nicht nur der formale Ausdruck der Ausübung der 'sacra potestas' sind, sind sie weder trennbar, noch können sie delegiert werden."

Was die Taufe durch Laien angehe, so gebe es keine Notwendigkeit dazu. Oder wie Rom es ausdrückte: keine "pastorale Notlage". Das würden Vergleiche von Zahlen der aktiven Priester und Diakone mit den Zahlen der Taufen belegen. Während manche Bischöfe möglicherweise die Laienpredigt nicht einstellen werden, sieht Hoping es bei der Laientaufe durchaus als realistisch an, dass die Praxis wiedereingestellt wird und „keine weiteren Laien mehr mit der Taufspendung bischöflich beauftragt werden“.  

Dramatische „Erosion bischöflicher Autorität“

Grundsätzlich beklagt der Dogmatiker das "Pontifikat lehrmäßiger Unklarheit" und würde sich in diesen Fragen mehr Deutlichkeit durch den Papst wünschen. Auch wenn es damit wohl nicht getan wäre, räumt er ein, „hat doch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz zum Abschluss der 5. Vollversammlung des Synodalen Weges erklärt, dass sich die katholische Kirche in Deutschland ihren eigenen Rechtsraum außerhalb des kanonischen Rechts geschaffen hat“. 

Überhaupt hätten die deutschen Bischöfe bisher sämtliche päpstliche Schreiben und Erklärungen römischer Dikasterien ignoriert, selbst das in forma specifica approbierte Dokument von Papst Franziskus. Hoping sprach hier von einer dramatischen „Erosion bischöflicher Autorität, allen voran des Heiligen Stuhls“.  DT/dsc

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