Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Synodaler Rat

Vatikan untersagt die Gründung eines Synodalen Rates

Deutsche Bischofskonferenz will trotzdem einen kirchenrechtskonformen Synodalen Rat errichten. Ping Pong zwischen Rom und Deutschland geht weiter.
Kardinalstaatsekretär Pietro Parolin
Foto: dpa | In einem Schreiben an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz hat Kardinalstaatsekretär Parolin die Errichtung des Synodalen Rates untersagt.

In einem Schreiben an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, den Limburger Bischof Georg Bätzing, hat Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin erklärt, dass niemand das Recht hat, einen Synodalen Rat auf nationaler, diözesaner oder pfarrlicher Ebene zu errichten. Auch die Mitarbeit am sogenannten synodalen Ausschuss sei für keinen Bischof verpflichtend. Parolin hat mit seinem Schreiben an den Vorsitzenden der DBK auf einen Brief von fünf deutschen Bischöfen geantwortet, die nach dem Ad-limina-Besuch der deutschen Bischöfe in Rom weiteren Klärungsbedarf hinsichtlich des umstrittenen Synodalen Ausschuss hatten. Der Heilige Vater hatte den Brief an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz in forma specifica approbiert und dessen Übermittlung angeordnet. Mitunterzeichner sind die Kardinäle Ladaria und Ouellet. Klarheit gibt es damit allerdings noch nicht. 

Lesen Sie auch:

DBK macht weiter 

In einer am Abend veröffentlichten Pressemeldung erklärte die Deutsche Bischofskonferenz, man habe im Ständigen Rat über den Brief beraten. Da der  geplante Synodale Rat keine anderen Befugnisse habe als die Synodalversammlung des Synodalen Weges, verweist die Pressemeldung auf den Beschlusstext „Synodalität nachhaltig stärken: Ein Synodaler Rat für die katholische Kirche in Deutschland“, in dem auf das Kirchenrecht verwiesen werde. Damit werde laut Pressemeldung der DBK deutlich, dass die in dem Brief zum Ausdruck gebrachte Sorge, dass ein neues Gremium über der Bischofskonferenz stehen oder die Autorität der einzelnen Bischöfe aushebeln könnte, nicht begründet sei. 

Große Teile des Ständigen Rates wollen Beschluss umsetzen

Der Synodale Rat, der durch den Synodalen Ausschuss vorbereitet werden solle, werde sich daher, so die Deutsche Bischofskonferenz, entsprechend dem in der Beschlussfassung enthaltenen Auftrag innerhalb des geltenden Kirchenrechts bewegen. Ein großer Teil des Ständigen Rates habe, so die Pressemeldung, erneut den Willen bekräftigt, den Beschluss der Synodalversammlung zum Synodalen Ausschuss umzusetzen und die Beratungen aufzunehmen.  DT/pwi


Das Schreiben des Kardinalstaatssekretärs können Sie hier im Original lesen.

Lesen Sie in der kommenden Ausgabe weitere Berichte und Kommentare zur Errichtung des umstrittenen Synodalen Ausschuss.

Themen & Autoren
Meldung Ad limina Deutsche Bischofskonferenz Pietro Parolin Synodaler Weg

Weitere Artikel

Ein Blick auf die Nuntiatur seit dem Ende des Krieges – 3. Teil der Geschichte der Nuntiatur in Deutschland.
12.05.2026, 15 Uhr
Michael Feldkamp
Ein Jahr Papst Leo: Die Spiritualität des Robert Prevost und der Beitrag der amerikanischen Kardinäle.
08.05.2026, 05 Uhr
Guido Horst
Papst Leo spricht mit dem Münchner Erzbischof. Derweil sagt Kardinalstaatssekretär Parolin, es sei zu früh für Sanktionen – und widerspricht erneut der Darstellung der DBK.
07.05.2026, 09 Uhr
Meldung

Kirche

Das neue Vatikanpapier zum Papstamt belebt die ökumenische Debatte. Doch beim Katholikentag wurde deutlich: Der Weg zu einer gemeinsamen christlichen Stimme bleibt weit.
16.05.2026, 16 Uhr
Heinrich Wullhorst
Ralph Brinkhaus fordert mehr Gottesbezug, Kardinal Marx hält sich lieber an die Vernunft. Doch wie jenseitig dürfen politische Ratschläge der Kirche dann noch sein?
16.05.2026, 13 Uhr
Jakob Ranke
Der DBK-Vorsitzende Heiner Wilmer verweist auf „Dynamiken“ bei der Prüfung der Satzung in den römischen Dikasterien.
16.05.2026, 12 Uhr
Meldung
Eine vatikanische Ehrung für den iranischen Botschafter am Heiligen Stuhl sorgt für Empörung – und für Missverständnisse. Eine Aufklärung.
15.05.2026, 10 Uhr
Stephan Baier