Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Neuer Brief aus dem Vatikan

Vatikan verbietet Predigt und Taufspendung durch Laien

Der Vatikan schreibt erneut an den DBK-Vorsitzenden Bätzing und erteilt zentralen Synodalforderungen eine Absage. Der Sprecher der Bischöfe betont, im Gespräch bleiben zu wollen.
Kardinal Arthur Roche verweist auf geltendes liturgisches Recht
Foto: IMAGO/Grzegorz Galazka (www.imago-images.de)

Der Vatikan hat zentralen Forderungen des deutschen Synodalen Wegs offenbar erneut eine Absage erteilt. Wie das Online-Portal „katholisch.de“ am Donnerstagnachmittag berichtet, sehe der Vatikan „keinen Spielraum für die Predigt von Laien in der Eucharistiefeier und für eine reguläre Taufspendung durch Laien“. Dies gehe aus einem Brief des Präfekten des Liturgiedikasteriums, Kardinal Arthur Roche, an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), den Limburger Bischöfe Georg Bätzing hervor, der „katholisch.de“ vorliegt.

Die "gegenwärtig geltende Lage" dargestellt

Laut dem Online-Portal habe die DBK bereits bestätigt, dass Bischof Bätzing den Brief aus dem Vatikan am Donnerstag um 11.30 Uhr erhalten habe. Im Wortlaut veröffentlicht ist das Schreiben jedoch bislang nicht. Dem Sprecher der DBK, Matthias Kopp, zufolge, greife der Brief Themen auf, die während des Ad-limina-Besuchs der deutschen Bischöfe im November vergangenen Jahres im Vatikan erörtert worden seien.

Lesen Sie auch:

Wörtlich erklärte Kopp gegenüber „katholisch.de“: „Wir nehmen wahr, dass das Dikasterium im Brief die gegenwärtig geltende Lage zu den besprochenen Themen darstellt.“ Am Ende des Schreibens werde zum weiteren Dialog eingeladen, „den wir gerne annehmen“. Es sei gut, „dass wir so mit Rom im Gespräch bleiben“, so Kopp.

Roche verweist auf geltendes liturgisches Recht

Im Rahmen der fünften und abschließenden Synodalversammlung im Februar hatte der Synodale Weg einen Handlungstext verabschiedet, in dem die Bischöfe aufgefordert werden, eine sogenannte „Partikularnorm“ zu erarbeiten, die Laien in der Eucharistie offiziell die Predigt erlauben würde. Zudem soll überprüft werden, unter welchen Umständen Laien das Taufsakrament spenden und beim Ehesakrament assistieren dürfen.

Laut „katholisch.de“ verweist Kardinal Arthur Roche in seinem Brief an Bätzing auf das geltende liturgische Recht, das nur Klerikern die Predigt in der Eucharistiefeier erlaubt. Dies sei weder ein Ausschluss der Laien noch eine „Leugnung des Rechts und der Pflicht eines jeden Getauften, ob Mann oder Frau, das Evangelium zu verkünden, sondern vielmehr eine Bestätigung der Besonderheit dieser Form der Verkündigung, die die Homilie ist“, schreibt Roche. Es bestehe die Gefahr, so der Präfekt des Liturgiedikasteriums, dass „im Bewusstsein der christlichen Gemeinde Missverständnisse über die Gestalt und Identität des Priesters entstehen“.  DT/mlu

Katholischen Journalismus stärken

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Stärken Sie katholischen Journalismus!

Unterstützen Sie die Tagespost Stiftung mit Ihrer Spende.
Spenden Sie direkt. Einfach den Spendenbutton anklicken und Ihre Spendenoption auswählen:

Die Tagespost Stiftung-  Spenden

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Arthur Roche Bischof Evangelium Georg Bätzing Predigten Vatikan

Weitere Artikel

Die privaten Predigten Papst Benedikts erhellen Passion und Auferstehung Christi.
05.04.2026, 15 Uhr
Michael Karger
Wohl auch eine ganz konkrete Anspielung: Papst Leo predigt am Palmsonntag über Gott, der den Krieg ablehnt. Eine Änderung der katholischen Lehre ist damit nicht verbunden.
31.03.2026, 15 Uhr
Maximilian Welticke
Tammy Peterson, die Ehefrau des Psychologen Jordan B. Peterson, über ihre Bekehrung zum Katholizismus, die Kraft des Rosenkranzes und warum sie den Feminismus für einen Irrweg hält.
01.06.2025, 11 Uhr
Franziska Harter

Kirche

Unermüdlich warb der Apostolische Nuntius Nikola Eterović für die Einheit mit der Weltkirche. Eine undankbare Aufgabe im synodalen Deutschland, die nun ihr Ende hat.
24.04.2026, 14 Uhr
Franziska Harter
Der Münchner Erzbischof hat eingeführt, womit man in Rom nicht einverstanden ist. Ob er sich die Mahnung von Papst Leo zu Herzen nimmt? Als Kardinal steht er in einer besonderen Pflicht.
24.04.2026, 11 Uhr
Guido Horst
Die traditionelle Wallfahrt wächst – und sie ist jung: Der Altersdurchschnitt liegt bei 24 Jahren. Erstmalig gibt es in diesem Jahr eine vereinfachte Route.
23.04.2026, 18 Uhr
Meldung