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Europas Kirchen verurteilen Russlands Krieg gegen die Ukraine

Die Konferenz Europäischer Kirchen nennt den Versuch, den russischen Angriffskrieges religiös zu legitimieren, "Blasphemie".
Ukraine-Konflikt - Friedenskundgebung in Bremen
Foto: Mohssen Assanimoghaddam (dpa) | Ein Demonstrant hält während der Kundgebung gegen den Krieg in der Ukraine auf dem Domshof ein Schild mit den ukrainischen Nationalfarben und der Aufschrift „Help“ hoch. +++ dpa-Bildfunk +++

Die Spitzen der „Konferenz Europäischer Kirchen“ (KEK) und des „Rates der katholischen Bischofskonferenzen in Europa“ (CCEE) haben die „russische Aggression" in der Ukraine verurteilt und Versuche einer religiösen Legitimierung des Kriegs scharf zurückgewiesen. Das berichtet die österreichische Nachrichtenagentur „kathpress“ unter Berufung auf eine Erklärung der KEK und des CCEE. Russlands Diktator Wladimir Putinhatte sich zuletzt zur Rechtfertigung der „Militäroperation“, wie der Krieg seitens des Kremls genannt wird, explizit auf die Bibel bezogen. 

Herz des christlichen Glaubens seien Frieden und Versöhnung

Der Zusammenschluss der 114 Kirchen orthodoxer, protestantischer und anglikanischer Traditionen wies dies scharf zurück. „Religion darf nicht als Mittel zur Rechtfertigung dieses Krieges benutzt werden. Alle Religionen, auch wir Christen, sind uns einig in der Verurteilung der russischen Aggression, der Verbrechen, die gegen das ukrainische Volk begangen werden, und der Blasphemie, die der Missbrauch der Religion in diesem Zusammenhang darstellt“, heißt in einer am Mittwoch bekannt gewordenen Erklärung des Gemeinsamen Komitees der „Konferenz Europäischer Kirchen“ und des Rates der katholischen Bischofskonferenzen in Europa, der die Vorsitzenden der katholischen Bischofskonferenzen auf dem europäischen Kontinent angehören, nach einem Treffen in Bratislava.

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Herz des christlichen Glaubens seien Frieden und Versöhnung, wie Jesus es vorgelebt habe, so die Kirchenvertreter um KEK-Präsident Christian Krieger und CCEE-Präsident Erzbischof Gintaras Grusas. Christus habe nie dazu aufgerufen, Gewalt oder Intoleranz zu schüren. Er selbst habe offen die Anwendung von Gewalt zur Durchsetzung eigener Interessen verurteilt, zitierten sie aus der Enzyklika „Fratelli tutti“ von Papst Franziskus. „Angesichts des großen Leids der Menschen, die in der Ukraine leben und aus ihr fliehen, fordern wir die religiösen und politischen Autoritäten auf, einen echten Dialog aufzunehmen und einen dauerhaften Frieden zu fördern."

Putin berief sich auf Bibel

Der Gemischte Ausschuss, dem bis zu ihrem Austritt 2008 auch die Russisch-Orthodoxe Kirche angehörte, dankte zugleich Kirchen und Nichtregierungsorganisationen sowie staatlichen Behörden in den Nachbarländern der Ukraine für deren "enorme" Leistungen, in der Aufnahme der Menschen, die wegen des Kriegs aus ihrer Heimat geflohen sind. Ausdrücklich würdigten die Kirchenspitzen auch „die Stimmen des russischen Volkes, das mutig gegen die Invasion protestiert".

Putin selbst hatte sich zuletzt bei einer Rede in Moskau ausdrücklich auf die Bibel berufen. Ziel der „Militäroperation“ sei, die Menschen im ostukrainischen Donbass vor einem „Völkermord“ zu retten, sagte er am vergangenen Freitag bei einer Großveranstaltung im Luschniki-Stadion. „Und hier kommen mir die Worte aus der Heiligen Schrift in den Sinn: Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt“, zitierte Putin das Johannes-Evangelium. „Und wir sehen, wie heldenhaft unsere Jungs bei diesem Einsatz handeln und kämpfen.“  DT/ vwe

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