Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kiew

Kiewer Großerzbischof: In Mariupol findet Völkermord statt

Die Menschen in der belagerten ukrainischen Stadt würden nicht nur durch Waffengewalt sterben, „sondern auch durch den Hass des Feindes“, so Großerzbischof Schewtschuk.
Schewtschuk beklagte auch, dass ukrainische Staatsbürger zwangsweise nach Russland abgeschoben würden
Foto: Hennadii Minchenko (www.imago-images.de) | Schewtschuk beklagte auch, dass ukrainische Staatsbürger zwangsweise nach Russland abgeschoben würden.

Nach Ansicht des griechisch-katholischen Kiewer Großerzbischofs Swjatoslaw Schewtschuk handelt es sich bei den anhaltenden russischen Angriffen auf die ostukrainische Hafenstadt Mariupol um einen Völkermord. Man leide mit der Stadt, „wo ein echter Völkermord stattfindet“, erklärte das Oberhaupt der mit Rom verbundenen griechisch-katholischen Kirche der Ukraine am Montag in seiner täglichen Videobotschaft.

Echte Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Die Menschen in der Stadt, die seit Wochen von russischen Truppen belagert und beschossen wird, würden nicht nur durch Waffengewalt sterben, „sondern auch durch den Hass des Feindes“. Hunderte Menschen würden in und um die Stadt verhungern. 

Lesen Sie auch:

Schewtschuk sprach von „vorübergehend besetzten Gebieten“, in denen „echte Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ begangen würden. Täglich erreichten ihn Nachrichten über humanitäre Katastrophen, Morde, Plünderungen und Vergewaltigungen. Gleichzeitig hob der Kiewer Großerzbischof lobend hervor, dass „auch dort, im Süden der Ukraine, friedliche Menschen gegen die Besatzungsmacht protestieren“. Die Menschen würden zeigen, „dass Cherson und andere besetzte Städte Teil der Ukraine sind. Sie wollen in einem unabhängigen und freien ukrainischen Staat leben“.

Zudem beklagte Schewtschuk, dass ukrainische Staatsbürger zwangsweise nach Russland abgeschoben würden. „Keiner von uns weiß, welches Schicksal sie dort erwartet.“ Der Kiewer Großerzbischof dankte Helfern wie Feuerwehrleuten oder Mitarbeiter von Rettungsdiensten, die in der Ukraine auf verschiedenen Ebenen Einsatz zeigten, für ihre „engagierte Arbeit“. Die Weltgemeinschaft könne sich ein Beispiel nehmen an jenen Rettern, „die Frieden schaffen und Menschenleben in der modernen Ukraine retten“.  DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Russlands Krieg gegen die Ukraine Tod und Trauer

Weitere Artikel

Ein lebloser Neugeborener wurde auf Fürsprache des seligen Salvador Valera Parra gesund. Dieser hingebungsvolle Seelsorger wollte schon als Kind Priester werden.
27.02.2026, 05 Uhr
Claudia Kock
Die Altkanzlerin hat ihr Porträt für die Kanzlergalerie vorgestellt. Sind sie und ihre Zeit nun endgültig Geschichte?
01.07.2026, 11 Uhr
Sebastian Sasse
Leo XIV. verweist auf Maria, um die Machtlosigkeit angesichts der Gewalt in der Welt zu überwinden. Wir veröffentlichen eine Reihe seiner deutlichsten Appelle.
26.12.2025, 14 Uhr
Redaktion

Kirche

Der eskalierende Streit zwischen Kirche und Regierung beschädigt die Autorität beider Seiten und spaltet ein Land, das von unfreundlichen Nachbarn umgeben ist.
14.08.2026, 17 Uhr
Stephan Baier
Katechismuslesen reicht nicht: Warum der Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, der Mutter Jesu große Bedeutung für seinen Glauben beimisst.
14.08.2026, 15 Uhr
Esther von Krosigk
In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens
Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock
Wer und was in deutschen Bistümern willkommen ist, zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit der traditionellen lateinischen Messe und der Priesterbruderschaft St. Pius X.
11.08.2026, 20 Uhr
Jakob Naser