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Bischof Feige ruft zu Vertiefung der Ökumene auf

Die theologischen Dialoge müssen weitergeführt und intensiviert werden, so der „Ökumene-Bischof“. Eine Herausforderung bleibe aber die Frage der Eucharistiegemeinschaft.
Zentraler Ökumenischer Gottesdienst in der evangelischen Stiftskirche
Foto: IMAGO/Jens Schulze (www.imago-images.de) | Zentraler Ökumenischer Gottesdienst in der evangelischen Stiftskirche auf dem Katholikentag in Stuttgart: „Die Ökumene steht im Dienst der gesamten Menschheit“, sagte der Magdeburger Bischof Gerhard Feige.

Der katholische „Ökumene-Bischof“ Gerhard Feige hat auf dem Katholikentag in Stuttgart zu einer Fortsetzung und Vertiefung der Ökumene mit protestantischen Gemeinschaften ausfgerufen. Auf dem Podium „Warum noch Ökumene? Die Suche nach Einheit in postkonfessioneller Zeit“ erinnerte er an den Auftrag Jesu an seine Jünger „Alle sollen eins sein“. So müssten die theologischen Dialoge weitergeführt und intensiviert werden, auch wenn sie bislang offiziell kaum kirchenamtlich rezipiert worden seien, so der Magdeburger Bischof in seinem Impuls.

"Ökumene steht im Dienst der gesamten Menschheit“

Insbesondere die Frage der Eucharistie- oder Abendmahlsgemeinschaft bleibe weiterhin eine Herausforderung, so Feige, der Vorsitzender der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) ist. „Die Ökumene steht im Dienst der gesamten Menschheit“, sagte Feige. Angesichts wachsender gesellschaftlicher Polarisierung, aber auch aktueller Entwicklungen wie dem Krieg in der Ukraine, müssten die Kirchen umso mehr mit einer Stimme sprechen, um in der Gesellschaft besser wahrgenommen zu werden.

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Das bestätigte auch der evangelische Landesbischof von Schaumburg-Lippe, Karl-Hinrich Manzke. Er ist zugleich Catholica-Beauftragter der Vereinigten Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands und erinnerte an die „Dienstaufgabe an unsere Gesellschaft“, beispielsweise in den Gefängnissen oder in der Polizei- und Krankenhausseelsorge. In den nächsten Jahren müssten beide Kirchen mit weniger Geld und Personal auskommen. „Diese Situation verpflichtet uns, entschiedener zusammenzuarbeiten als bisher“, so der evangelische Bischof. So werde man Stellen künftig gemeinsam besetzen müssen, um diese und andere Dienstaufgaben noch wahrnehmen zu können.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion traten vier Vertreterinnen und Vertreter einer „neuen Ökumene“ auf, die weniger auf theoretische Debatten, sondern auf praktische Umsetzung an der Basis abzielt. Dazu gehörte auch Andrea Rösch, Mitglied der Fokolar-Bewegung in Ottmaringen bei Augsburg. „Ökumene ist für mich ein Lebensstil“, bekannte sie in ihrem Statement. „Ökumene bereichert und verändert mich – ich bleibe Lernende.“ Dabei stehe Jesus Christus der Mittelpunkt, er sei das einigende Band, das alle Konfessionen verbinde.

Lesen Sie weitere Hintergrundberichte und Reportagen vom Katholikentag in Stuttgart in der kommenden Ausgabe der "Tagespost".

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