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Evangelischer Bischof Dröge kritisiert "Marsch für das Leben"

Weil der "Marsch für das Leben" in Berlin bislang "mehr polarisiert als zu sachlichen Diskussionen" angeregt hat, beteiligt sich die Evangelische Kirche nicht daran, so der evangelische Bischof Markus Dröge.
Evangelischer Bischof kritisiert "Marsch für das Leben"
Foto: Paul Zinken (dpa) | Von den katholischen Bischöfen erhält der "Marsch für das Leben" breite Unterstützung.

Weil der "Marsch für das Leben" in Berlin bislang "mehr polarisiert als zu sachlichen Diskussionen" angeregt hat, beteiligt sich "die Evangelische Kirche" nicht daran. Das schreibt der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Markus Dröge, in einem Kommentar in der Berliner Zeitung "B.Z.", über den die evangelische Nachrichtenagentur "idea" berichtet.

Der "Marsch für das Leben“ beginnt morgen und steht in diesem Jahr unter dem Motto "Menschenwürde ist unantastbar. Ja zu jedem Kind – Selektion und Abtreibung beenden". Im vergangenen Jahr waren rund 7 500 Teilnehmer auf die Straße gegangen, um für einen besseren Schutz ungeborener Kinder zu demonstrieren. Sie mussten von 900 Polizisten vor linksradikalen Gegendemonstranten geschützt werden.

Dröge: Evangelische Schwangerschaftskonfliktberatung "ergebnisoffen"

Wie Dröge weiter ausführt, dient die evangelische Schwangerschaftskonfliktberatung "auf andere Weise dem Schutz des ungeborenen Lebens". Sie sei ergebnisoffen: "Niemand wird gezwungen oder moralisch unter Druck gesetzt." Es gebe auch Fälle, in denen bei den ärztlichen Untersuchungen in den ersten Wochen festgestellt werde, "dass das Kind behindert sein wird". Nicht alle Paare hätten dann die Kraft, sich für ein Kind zu entscheiden, so Dröge. "Umso größer ist mein Respekt, wenn Eltern dann dennoch das Ja für das Leben finden. Aber wer hat das Recht zu verurteilen, wenn es ihnen nicht möglich ist, das Kind zu lieben und anzunehmen?"

Breite Unterstützung von katholischen Bischöfen

Von katholischen Bischöfen erhält der Marsch breite Unterstützung. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, erinnerte in seinem schriftlichen Grußwort daran, dass die Tötung ungeborener Kinder keine "normale" ärztliche Dienstleistung sie. Eine Abtreibung sei grundsätzlich mit "unserem Werte- und Rechtssystem" nicht vereinbar.

Weitere Grußworte zum Marsch schickten der Bischof von Limburg, Georg Bätzing, der Weihbischof im Erzbistum Köln, Dominikus Schwaderlapp, der Erzbischof von Freiburg, Stephan Burger, und der Bischof von Passau, Stefan Oster. Ein Grußwort vom EKD-Ratsvorsitzenden, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, oder dem Rat der EKD gibt es nicht. Allerdings wird der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, Hans-Jürgen Abromeit, an der Veranstaltung teilnehmen und beim ökumenischen Abschlussgottesdienst predigen.

DT/idea

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