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So schön kann der Sonntag sein!

Der Sonntag ist Dreh- und Angelpunkt des Glaubenslebens in der Familie
Heilige Messe: Der Sonntag ist der Tag Gottes.
| Der Sonntag ist der Tag Gottes. Die heilige Messe gehört selbstverständlich dazu - doch es gibt noch mehr Möglichkeiten, den Sonntag zu begehen.

Den Sonntag aus dem Alltag herauszuheben kann auch in katholischen Familien heute eine Herausforderung sein: Gemeinsamer Besuch der heiligen Messe und gemeinsame Mahlzeiten werden schwieriger, je mehr Alternativen sich bieten: Ausschlafen, ein Fußballturnier, Treffen mit Freunden… Und doch bleibt wahr: Der Sonntag gehört Gott, er ist Hoheitsgebiet Gottes und was vor Gott recht ist, ist für den Menschen gut und sehr wichtig! 
Warum legt Gott so großen Wert auf die Heiligung des Sonntags, dass er dafür sogar ein eigenes Gebot ausgibt?

Der hl. Papst Johannes Paul II. schreibt: „Die Gebote Gottes eröffnen uns die einzig authentisch menschliche Zukunft. (…) Die Zehn Gebote zeigen, dass Gott allein Herr ist und jede andere Autorität den Menschen versklavt, weil sie die Würde des Menschen zu Fall bringt.“ Wie können Familien, aber auch Alleinstehende den Sonntag zu einem besonderen Moment der Woche machen? Der Sonntag ist ein zuverlässig wiederkehrendes Fest, schon intuitiv ist er für viele Menschen etwas Besonderes, ein Moment der Zusammenkunft von Familien und Freunden. Man muss aber den Grund des Festes kennen, um auch feiern zu können. Der Sonntag ist der Tag des Herrn, der Messbesuch eine Pflicht der Liebe: Nirgends kann ich Gott besser begegnen als in der Eucharistie.

Einstimmung geschieht durch gute Vorbereitung. Sie hilft beim Überschreiten einer Schwelle, um nicht irgendwie und zu spät hinein zu stolpern. Die Vorbereitung beginnt schon am Freitag, der nach katholischer Tradition ein gewisser Fasttag ist. Die psychologische Erfahrung lehrt uns: Was eine Zeitlang entbehrt wird, wird kostbarer. Der Samstag wird zum Vorboten des Sonntags. Er dient dem Aufräumen von Liegengebliebenem, einschließlich der Schulaufgaben.

Wir versuchen, alles zu erledigen, was es für die Woche noch zu erledigen gibt und setzen auch dann einen Schlusspunkt, wenn die Arbeit kein Ende nehmen will. Der Hausaltar erhält frische Blumen, der Esstisch wird sonntagsfein gemacht. Vertraute Geräusche und Gerüche nach Blumen und gutem Essen stimmen uns auf den Sonntag ein. Am Tag selbst dürfen wir Wert auf sonntägliche Kleidung legen und das Schöne dem Bequemen vorziehen. Kultur und Lebensstil sind nicht nur Äußerlichkeiten. Gott braucht sie sicher nicht, wir Menschen jedoch schon. Die materielle Welt hängt mit unserem inneren Erleben zusammen, bildet dieses ab und bereitet es vor.

So eingestimmt überschreiten wir die Schwelle zum Sonntag: Nach alter liturgischer Tradition beginnt der Sonntag am Vorabend. Das entspricht auch einer psychologischen Tatsache: Man erwacht am Morgen mit der Stimmung, den Bildern und den Gedanken, mit denen man eingeschlafen ist. Man schläft mit jenen Gedanken und Bildern ein, die als letztes gespeichert wurden. Wie wir den Abend verbringen, ist entscheidend. Eine Idee ist es, in der Familie gemeinsam die Vesper oder die Komplet zu beten. Die Eltern leiten das Gebet und walten so ihres „priesterlichen“ Amtes in der Hauskirche. Kinder können dabei aktiv einbezogen werden, etwa durch das Anzünden der Kerze, das Lesen kleinerer Gebete oder die Formulierung eigener Fürbitten.

Vorbereitet am Samstagabend, erwachen wir sonntäglich gestimmt. Durch die entsprechende Vorbereitung werden der gemeinsame Kirchgang und die Eucharistie zum Höhepunkt des Sonntags, auch wenn noch weitere „Highlights“ folgen. Vielleicht kann am Mittagstisch gemeinsam über die Predigt gesprochen werden. Durch Erholung, Lesen, einen Ausflug oder eine Wanderung dauert das Besondere des Sonntags den ganzen Tag an. Wir können den Sonntag ruhig ausklingen lassen und ihn dadurch bis zum Ende schützen und auskosten. So gestärkt gehen wir wieder in die Woche, in die der Sonntag seinen Glanz hineinstrahlt.

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