Kinder-Katechese

Wir richten einen Hausaltar ein

Die jahrhundertealte Tradition des Hausaltars zurück in die Familien bringen.
Hausaltar
Foto: imago stock&people | Ein eigener Hausaltar kann das Zentrum für den Familienglauben werden.

In den Häusern und Wohnungen unserer Großeltern und Urgroßeltern gab es ganz selbstverständlich einen familiären Mittelpunkt im Ess- oder Wohnzimmer, den Herrgottswinkel. Um ihn herum sammelte sich die christliche Familie einige Male am Tag. Er sollte an die Anwesenheit des „eigentlichen Hausherrn Jesus Christus“ erinnern. Wie der Altar in der Kirche, so kann der Hausaltar auch heute Mitte der Familie als Hauskirche sein. Dazu sollte der Hausaltar nicht in einer abgeschiedenen Ecke sein, sondern einen zentralen Platz im Wohn- oder Essbereich einnehmen, vor dem die Familie gemeinsam stehen oder sitzen kann. Gemeinsame Rituale können dem kleinen Gebetsort zu einem festen Teil des täglichen Lebens machen: Hier beginnen wir den Tag, hier sammelt sich die Familie zu den Mahlzeiten und dankt schließlich am Abend für den vergangenen Tag.

Ein Hausaltar versammelt die Familie um Gott

Der Hausaltar sollte würdig und gepflegt sein, weder gerammelt voll, noch verstaubt. Nach katholischer Tradition können folgende Gegenstände Bestandteil des Hausaltars sein: ein Kruzifix mit Korpus, Statuen oder Bilder der Mutter Gottes und des Heiligsten Herzens Jesu. (Der heiligen Margaretha Maria Alacoque hat Christus verheißen: „Ich werde die Häuser segnen, in denen das Bild meines heiligsten Herzens ausgestellt und verehrt wird.“) Auch eine Ikone der Heiligen Familie ist denkbar. Der Hausaltar wird vervollständigt durch eine Osterkerze für die Sonntage und geweihte Kerzen für die Wochentage und Rosenkränze für alle Familienmitglieder. An Sonn- und Feiertagen kommen frische Blumen auf den Altar. Man kann den Hausaltar durch einen befreundeten Priester oder den Pfarrer einsegnen lassen und den Weihetag wie eine Kirchweihe jedes Jahr festlich begehen. Eine wenig aufwändige und gerade für Kinder sehr effektvolle Idee ist der Einsatz der Iiturgischen Farben in Form von Bändern. Die Farben tragen Symbolik in sich und sind schon für sich genommen kleine  Katechesen.

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Farblich das Kirchenjahr begleiten

Farben sprechen das Gemüt und den Verstand an. Sie lassen das Herz festlich werden und führen zugleich in die Liturgie der Kirche ein. Sie werden je nach liturgischer Zeit in V-Form auf den Hausaltar gelegt. Außerhalb der Festzeiten ist die liturgische Farbe Grün. Sie steht für Hoffnung und Leben. An Hochfesten wie Ostern und Weihnachten ist weiß die Farbe der Wahl. Sie steht für Reinheit und Freude. Muttergottes-Feste werden mit der Himmelsfarbe (hell)blau geschmückt. An Pfingsten, Palmsonntag, Karfreitag, Kreuzerhöhung und an Märtyrerfesten erinnert Rot an das Feuer, die Liebe und das Blut. Violett ist die Farbe der österlichen Bußzeit und des Advents.

Zum Hausaltar passt die kleine Familienbibliothek 

Rosa ist die Farbe der Vorfreude und wird am vierten Adventssonntag („Gaudete“) und am vierten Fastensonntag („Laetare“) verwendet. Schwarz kommt als Farbe der Trauer an Beerdigungen und an Allerseelen zum Einsatz. Es bietet sich auch an, einen Wechselrahmen aufzustellen, in den je nach liturgischem Fest ein passendes Foto oder eine Kunstkarte kommt. Und schließlich ist es sinnvoll, auch die christliche Hausbibliothek in der Nähe des Hausaltars aufzubewahren. Neben der Heiligen Schrift und dem Katechismus der Katholischen Kirche findet man hier das „Gotteslob“, ein Heiligenbuch, das Stundenbuch und Gebetbücher für Kinder.

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