Nottingham

Englische Uni lehnt Priester wegen Kommentaren zu Abtreibung und Sterbehilfe ab

Weil sich ein Priester des Personalordinariats Our Lady of Walsingham in sozialen Netzwerken über Abtreibung und Sterbehilfe geäußert hatte, lehnt die University of Nottingham ab, ihn als Studentenkaplan anzuerkennen.
Studenten in Großbritannien
Foto: Steve Vidler (Photoshot) | Palmer sagte gegenüber CNA ferner: „Die Universität behauptet, ‚Diversität und Inklusion‘ zu unterstützen, doch es scheint so, als reiche Diversität nur bis zu einem gewissen Punkt." Symboldbild: Oxford University.

Die University of Nottingham in Mittelengland lehnt es laut der britischen Zeitschrift „Catholic Herald“ ab, den vom Ortsbischof entsandten Priester des Personalordinariats Our Lady of Walsingham, Pater David Palmer, als Studentenkaplan anzuerkennen. Ein Sprecher der Universität sagte gegenüber der katholischen Nachrichtenagentur CNA: „Unsere Bedenken beziehen sich nicht auf Pater Davids Ansichten selbst, sondern auf die Art und Weise, mit der diese Ansichten im Rahmen unserer diversen Community von Menschen vieler Glaubensüberzeugungen geäußert wurde“.

Palmer war von Ortsbischof Patrick McKinney als Kaplan für die katholische Gemeinde an der University of Nottingham ernannt worden, berichtet der Catholic Herald weiter. Der Oberhirte habe ihn darüber hinaus gebeten, als katholischer Kaplan an der Nottingham Trent University zu dienen.

Uni bringt Bedenken zum Ausdruck

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Während die Nottingham Trent University die Ernennung akzeptiert hatte, habe die University of Nottingham Palmer zu einem Gespräch am 17. Juni eingeladen. Nach diesem Gespräch habe die Universität an Bischof McKinney geschrieben, um ihre Bedenken über die Ernennung zum Ausdruck zu bringen. Bei einer weiteren Unterredung führte die Universitätsleitung ihre Bedenken näher aus, so das katholische Magazin weiter, wobei sie zwei auf den sozialen Netzwerken von Palmer verfasste Nachrichten hervorhob: Die eine bezog sich auf Sterbehilfe, die andere auf Abtreibung

Gegenüber CNA äußerte sich Palmer in einer E-Mail und schrieb: „Man bezog sich auf einen Tweet, in dem ich auf den eingebrachten Gesetzentwurf zur ‚Sterbehilfe‘ verwies [im britischen Parlament eingebracht im Mai] als einem Gesetz, das dem staatlichen Gesundheitsdienst NHS erlaube, ‚die Vulnerablen zu töten‘“. Man habe ihm gesagt, fuhr Palmer fort, „dass es ja schön für mich sei, diese Meinung zu haben, aber man sei beunruhigt darüber, wie ich es geäußert hatte. Als ich fragte, was sie denn vorschlügen, wie ich es äußern soll, sagte man mir bemerkenswerterweise, ich solle es ‚Sterbebegleitung‘ nennen, was eine völlig inakzeptable Überwachung des religiösen Glaubens ist“.

Abtreibungen nannte er "Schlachten von Babys"

Ferner habe der Priester laut Catholic Herald am 24. August auf Twitter geschrieben, dass die Universität einen zweiten Post beanstandet habe, in dem er im Rahmen der Diskussion um Joe Bidens Kommunionempfang obwohl er legale Abtreibungen unterstützt die Abtreibung als ein „Schlachten von Babys“ bezeichnete. Palmer sagte, er habe beide Postings als katholische Glaubensüberzeugung verteidigt.

Nach seinem letzten Treffen mit Universitätsvertretern hätten sich die Verantwortlichen an den Bischof gewandt und ihn um die Bereitstellung eines Ersatz-Priesters gebeten. Der Bischof lehnte diese Anfrage ab, und nach weiteren Diskussionen stimmte die Universität zu, dass Palmer die Sonntagsmesse auf dem Campus als „Gastpriester“ anbieten könne.

David Palmer war 2011 zum katholischen Priester für das Personalordinariat Our Lady of Walsingham geweiht worden. Das Ordinariat war von Benedikt XVI. errichtet worden, um Gruppen von Anglikanern zu ermöglichen, mit der katholischen Kirche in volle Gemeinschaft einzutreten, während sie Elemente ihrer anglikanischen Tradition beibehalten konnten.

Palmer sagte gegenüber CNA ferner: „Die Universität behauptet, ‚Diversität und Inklusion‘ zu unterstützen, doch es scheint so, als reiche Diversität nur bis zu einem gewissen Punkt, doch gewiss nicht so weit, dass ein katholischer Kaplan reguläre ‚solide‘ katholische Glaubensüberzeugungen äußern dürfe“.  DT/ks

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