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Pfadfinder: Bischöfe lehnen Kandidatin für geistliche Begleitung ab

Ex-Synodale Viola Kohlberger hätte die absolute Mehrheit der Bischöfe bekommen müssen, um für das Amt kandidieren zu können. Nun bleibt der Posten vakant.
Viola Kohlberger, Theologin
Foto: Robert Kiderle (KNA) | Die Theologin Viola Kohlberger am 4. September 2020 auf der Regionenkonferenz der Synodalversammlung in München.

Nachdem die deutschen Bischöfe vergangenen Montag der einzigen Kandidatin für das Amt der Kuratin bei der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) die Mehrheit versagt haben, herrscht große Aufregung beim Verband. Wie die katholische Nachrichtenagentur (KNA) am Freitag meldet, hätte die ehemalige Synodalin Viola Kohlberger bei der Bundesversammlung der DPSG im Mai mit dem Amt betraut werden sollen. Nun bleibt es vakant.

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Laut DPSG-Bundesvorstand Joschka Hench ist das Entsetzen im Verband nun sehr groß. Zumal der Ständige Rat von der Kandidatur Kohlbergers seit mindestens drei Wochen Bescheid wisse. Niemand habe Bedenken zu ihrer Person geäußert. „Das ist ein Umgang, den wir sehr seltsam finden und der nicht mit den Positionen im Einklang steht, die auch seitens der Mehrheit der Bischöfe beim Synodalen Weg vertreten wurden“, sagte er und erklärte, dass nun bei der Bundesversammlung in zwei Wochen in Fulda keine geistliche Leitung gewählt werden könne, da auch eine Ersatzlösung erst der Zustimmung des Ständigen Rates bedürfe.

Für das Amt braucht es die einstimmige Zustimmung der Bischöfe

Bei der Abstimmung während der Sitzung des Ständiges Rates hätte sie, um kandidieren zu können, eine absolute Mehrheit der Bischöfe gebraucht. Laut DPSG hat der Fuldaer Bischof Michael Gerber Kohlberger gleich am Montagabend über das negative Ergebnis unterrichtet. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus. Ob eine Begründung für das Votum mitgeliefert würde, weiß der Verband nicht. Bei der DPSG-Bundesversammlung soll nun im Beisein von Bischof Gerber über die Personalie beraten werden, erklärte Hench. 

Kohlberger ist seit 2021 Kuratin der DPSG im Bistum Augsburg und dort auch angestellt. Daneben absolviert sie ein Promotionsstudium in Kirchengeschichte. Außerdem war sie Mitglied der Synodalversammlung. Dort war es im Herbst 2021 zu Auseinandersetzungen zwischen ihr und dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki gekommen. 2023 folgte ein weitere Disput mit dem Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer. Sie echauffierte sich über eine Aussage des Bischofs im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal. 

Der Kurat oder die Kuratin ist bei der DPSG die geistliche Begleitung. Sie hat die Aufgabe, Leitungskräfte des Verbandes in Glaubensfragen zu beraten und zu sensibilisieren. Für die Kandidatur ist eine Zustimmung mit absoluter Mehrheit der 27 Ortsbischöfe im Ständigen Rat der Bischofskonferenz notwendig. Die Deutsche Bischofskonferenz erklärte auf Anfrage der KNA, sie gebe keine Stellungnahme ab zu Personalfragen des Ständigen Rates.  DT/dsc

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