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Seligsprechungsprozess für Marco Gallo eröffnet

Der 2011 im Alter von 17 Jahren verunglückte italienische Jugendliche gilt vielen als Zeuge eines konsequent im Alltag gelebten Glaubens. Manche vergleichen ihn schon mit Carlo Acutis.
Seligsprechungsprozess für Marco Gallo eröffnet
Foto: IMAGO/IPA/ABACA (www.imago-images.de) | Die Erzdiözese Mailand hat unter dem Vorsitz von Erzbischof Mario Delpini die diözesane Phase im Seligsprechungsprozess für Marco Gallo eröffnet.

Am vergangenen Samstag hat die Erzdiözese Mailand unter dem Vorsitz von Erzbischof Mario Delpini die diözesane Phase im Seligsprechungsprozess für Marco Gallo eröffnet. Mit diesem formalen Akt trägt der Jugendliche den Titel „Diener Gottes“. Nun wird geprüft, ob er die christlichen Tugenden in „heroischer Weise“ gelebt hat.

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Marco Gallo, 1994 in Chiavari geboren, starb im November 2011 mit 17 Jahren bei einem Verkehrsunfall in Sovico (Brianza), als er auf dem Weg zur Schule war. Wie erklärt sich der „Ruf der Heiligkeit“, der für einen solchen Prozess Voraussetzung ist?

Gelebte Formen von Barmherzigkeit

Gallo kann kaum als „Wunderkind“ gelten. Sein Leben war vielmehr von unaufgeregter Normalität geprägt. Er war sportlich, liebte Berge und Bewegung, begeisterte sich für Musik und suchte die Nähe seiner Freunde. Zugleich nahm er den Glauben ernst – nicht als religiöse Zugabe, sondern als Mitte seines Alltags. Am naturwissenschaftlichen Gymnasium „Don Carlo Gnocchi“ in Carate Brianza wurde er für Mitschüler zum Bezugspunkt.

Er lud andere zu Nachhilfeprojekten für Jüngere ein, zu Begegnungen mit alten und behinderten Menschen – schlichte, aber gelebte Formen von Barmherzigkeit, an denen er Freunde und Schulkameraden teilhaben ließ.

Sein geistlicher Hintergrund lag im Umfeld der Jugendgemeinschaft „Comunione e Liberazione“. Gallo nahm an deren „Scuola di Comunità“ teil – einer Form gemeinsamer Glaubensvertiefung, die nicht nur Wissen vermittelt, sondern das Leben prägt.

Ein Detail hat sich vielen eingeprägt: Am Abend vor seinem Tod schrieb der Jugendliche neben das Kruzifix in seinem Zimmer ein Wort aus dem Lukasevangelium (24,5): „Warum sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ 

Kirchliches Gericht beginnt mit Prüfung von Zeugenaussagen und Dokumenten

Ein kirchliches Gericht wird nun Zeugenaussagen und Dokumente prüfen sowie persönliche Schriften sichten. Ziel ist, den Ruf der Heiligkeit zu verifizieren. Die Akten gehen anschließend nach Rom an das Dikasterium für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse. Werden die „heroischen Tugenden“ anerkannt, trägt Gallo den Titel „Ehrwürdiger Diener Gottes“. 

In Italien wird Marco Gallo bereits mit Carlo Acutis in Verbindung gebracht – nicht wegen ähnlicher Lebensläufe, sondern weil beide auf dieselbe Frage antworten: Kann ein junger Mensch das Evangelium so leben, dass es andere anzieht? Bei Gallo war es offenbar diese stille Selbstverständlichkeit. Freunde beschreiben keinen moralischen Perfektionismus, sondern eine Haltung, in der Christsein als Quelle von Freude, Freiheit und Verantwortung erfahrbar wurde.

Das Verfahren erinnert zugleich daran, dass Heiligkeit eine in Familie, Schule, Freundschaft und Gemeinde gewachsene Wirklichkeit sein kann. Marco Gallo wird verehrt, weil er früh lernte, für andere zu leben – und darin für Gott. Ob dies in „heroischem“ Grad geschah, soll der nun eröffnete Prozess klären.

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José García

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