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Rebellische Goldenstein-Nonnen in Rom

Werden die drei Schwestern von ihren vermeintlichen Unterstützern instrumentalisiert? Das kirchliche Missbehagen verfestigt sich.
Die Nonnen von Goldenstein auf ihrem Kurztrip nach Rom
Foto: Instagram realnonnengoldenstein2026 | Die Nonnen von Goldenstein auf ihrem Kurztrip nach Rom, der weder mit dem Ordensoberen in Österreich noch mit den zuständigen vatikanischen Behörden abgestimmt oder von diesen gar für gut befunden worden war.

Die „rebellischen Nonnen“ von Goldenstein, die gegen den Willen ihres Ordensoberen aus der professionellen Pflege flohen und ihr altes Kloster besetzten, wurden im Vorjahr zu medialen Superstars. Weit über Österreichs Grenzen hinaus machten die drei Augustiner-Chorfrauen im neunten Lebensjahrzehnt Schlagzeilen. Doch seit Monaten verdichten sich die Indizien, dass weniger die Schwestern selbst als vielmehr ihr vermeintlicher Unterstützerkreis die Fäden zieht und eigene Interessen verfolgt. Da gab es einen boomenden Instagram-Account, über den die drei Nonnen keine Kontrolle mehr hatten, ein vieldiskutiertes Spendenmanagement und eine Buchpublikation.

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Nun lotste der früher für die „BILD“ tätige Journalist und Buchautor Andreas Englisch die Nonnen von Goldenstein nach Rom, schob eine von ihnen sogar selbst im Rollstuhl über den Petersplatz. Ein Kurztrip, der weder mit dem Ordensoberen in Österreich noch mit den zuständigen vatikanischen Behörden abgestimmt oder von diesen gar für gut befunden worden war. Mehr noch: Mitte April erklärten die Schwestern Rita, Regina und Bernadette in einer handschriftlich verfassten Erklärung selbst, dass sie zwar für die Einladung zu einer Romreise danken, doch entspreche diese „nicht unserer klösterlichen Lebensordnung, die in den Konstitutionen unseres Ordens festgelegt ist“. Und weiter: „Unser Wunsch ist und war es, in unserem Kloster Goldenstein leben und wirken zu können.“

Den Papst sahen sie nur von Ferne

Am Mittwochvormittag tauchten sie dann gleichwohl auf dem römischen Petersplatz auf. Und selbstredend gab es davon Bild- und Videomaterial. Dabei hatten noch am Dienstag die Unterstützer bekanntgegeben, die Reise sei abgesagt. Laut kirchlichen Kreisen konnten der zuständige Ordensobere, der Propst von Stift Reichersberg, Abt Markus Grasl, und sein jüngst von Rom bestellter Assistent, der Salzburger Erzabt Jakob Auer, die Schwestern nicht mehr erreichen. Grasl meldete sie als abgängig und äußerte Sorge um ihr Wohlergehen. Aus dem „Helferteam“ der Schwestern hieß es fälschlich, die „zuständigen Institutionen“ hätten „grünes Licht signalisiert“, tatsächlich jedoch gab es keinerlei Zustimmung des römischen „Dikasteriums für die Institute des geweihten Lebens und Gesellschaften apostolischen Lebens“.

Erzabt Jakob Auer fragt sich nun, „warum die Unterstützer die Öffentlichkeit falsch informiert haben“ und worin die „Eigeninteressen jener Personen, die hinter dieser Aktion stehen“, wohl bestehen mögen. Wörtlich schreibt der Erzabt: „Die Schwestern haben mir mehrfach – auch schriftlich – versichert, dass sie die ihnen angebotene Romreise nicht antreten werden. Auch, so stellten die Schwestern selbst fest, weil die Konstitutionen ihrer Gemeinschaft eine solche Reise nicht vorsehen. Hinzu kommt, dass die Reise nur durchgeführt werden kann, wenn das zuständige Dikasterium in Rom eine Genehmigung dazu erteilt. Diese Genehmigung liegt nach Information der zuständigen Stellen, trotz anderslautender Aussagen des Sprechers der Schwestern, nicht vor.“ Besonders tragisch, denn: „Wir waren kurz vor Abschluss der Vereinbarung über den positiven Verbleib der Schwestern im Schloss Goldenstein, alles war abgesprochen und klar.“

Erzabt Auer war auch nicht in die Reiseplanung eingebunden, sondern lediglich von einem Anwalt ohne Angabe von Gründen informiert worden, dass die Schwestern nach Rom gereist seien. Auer dazu: „Es wird immer offensichtlicher, dass es einigen Personen nicht um das Wohl der Schwestern geht, sondern diese andere Interessen in den Vordergrund stellen.“ Auch aus der Erzdiözese Salzburg ist laut der Agentur „Kathpress“ zu vernehmen, „dass die drei Ordensfrauen längst zum Spielball der Interessen anderer geworden sind“. Zu einer Papstaudienz, von der im Umfeld der Schwestern einst die Rede war, kam es beim Blitzbesuch in Rom nicht. Den Heiligen Vater sahen die Schwestern auf dem Petersplatz nur aus der Ferne.

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Stephan Baier

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