Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Nuntius in der Ukraine

„Papst tut alles, um diesen Krieg zu beenden“

Der Papst prüft laut dem Nuntius in der Ukraine alle kirchlichen Wege, um dem Krieg entgegenzuwirken. Christen sieht der Nuntius durch den Krieg stark geeint.
Der Apostolische Nuntius in der Ukraine, Erzbischof Visvaldis Kulbokas
Foto: Kirche in Not | Erzbischof Kulbokas, der als Apostolischer Nuntius der Vertreter des Papstes in der Ukraine ist, sei selbst täglich mehrmals mit dem Vatikan in Kontakt.

Papst Franziskus unternimmt nach Einschätzung des Nuntius in der Ukraine, Erzbischof Visvaldis Kulbokas, alles, um dem Krieg in dem osteuropäischen Land entgegenzuwirken. So äußerte sich der Nuntius vor dem Hintergrund, dass der Papst die Kardinäle Konrad Krajewski und Michael Czerny in die Ukraine entsandt hatte im Interview mit dem kirchlichen Hilfswerk „Kirche in Not“. In Bezug auf die sich verschärfende humanitäre Lage in der Ukraine bezeichnete der Nuntius „jede Hilfe als sinnvoll“, da der Konflikt „sehr lange“ dauern werde. 

Religion keine Ursache für den Krieg

Erzbischof Kulbokas, der als Apostolischer Nuntius der Vertreter des Papstes in der Ukraine ist, sei selbst täglich mehrmals mit dem Vatikan in Kontakt. „Wir denken ständig darüber nach, was der Papst direkt oder durch seine Mitarbeiter noch tun kann.“ Franziskus und seine Mitarbeiter würden alle Wege prüfen, die der Kirche möglich seien, um den Krieg zu beenden – geistliche und diplomatische.

Lesen Sie auch:

Die Behauptung, der Krieg habe auch eine religiöse Ursache, wies der Nuntius entschieden zurück: Zwar hätten in der Vergangenheit interreligiöse Missverständnisse eine Rolle gespielt und diese Schwierigkeiten seien nicht verschwunden, dennoch sei eine große Einheit unter den Christen und den verschiedenen Religionen zu beobachten.

Große Einheit im Volk

So sei der Rat der Kirchen und religiösen Organisationen in der Ukraine im Moment stark geeint, humanitäre Organisationen und Muslime würden versuchen herauszufinden, wo die Not am größten sei und verteilten Lebensmittel. „Ich beobachte mit Erstaunen, dass die Schwierigkeiten, die ich vorher erlebt habe, kleiner geworden sind. Diese Tragödie eint das ukrainische Volk.“ 

Da sich die russischen Streitkräfte dem Zentrum von Kiew zu nähern schienen, seien die humanitären Organisationen in den vergangenen Tagen noch aktiver geworden. Hilfspakete, die an die Ukraine gespendet würden, seien sinnvoll: „Jede Hilfe, die uns erreicht, ist wertvoll.“ Eine Entschärfung des Konflikts erwartet der Erzbischof nicht: „Der Bedarf wird enorm sein. Das wird sehr lange dauern.“

Hingabe an Gott und Solidarität „Hauptwaffe“ 

Dennoch beobachtet Kulbokas, der mit der Koordination der kirchlichen Hilfe für die notleidende Bevölkerung betraut ist, „großen Mut“ und „Optimismus“, insbesondere bei Priestern und Ordensschwestern. Doch gerade unter kranken Menschen, Schwangeren oder jungen Müttern sei auch große Angst verbreitet. Die „Hauptwaffe“ gegen den Krieg, so der Nuntius, sei die Hingabe an Gott, die Solidarität und die Nächstenliebe. „Wir können das Böse in diesem Krieg nur gemeinsam überwinden – mit Gebet, Demut und viel Liebe.“  DT/vwe

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Erzbischöfe Kardinäle Kirche in Not Russlands Krieg gegen die Ukraine Papst Franziskus Päpste Päpstlicher Botschafter

Weitere Artikel

Kardinal Christoph Schönborn gibt die Oberaufsicht über die Vatikanbank ab. Papst Leo ernennt Kardinal Fernández Ártime zum neuen Mitglied der IOR-Aufsicht.
31.01.2026, 07 Uhr
Giulio Nova
Beim Empfang für die auswärtigen Diplomaten bemängelt der Papst die Meinungsfreiheit im Westen und übt scharfe Kritik an der wachsenden „Kriegslust“.
14.01.2026, 11 Uhr
Giulio Nova
Österreichs Medien erwarten die unmittelbar bevorstehende Ernennung des seit Januar amtierenden Apostolischen Administrators zum Nachfolger von Kardinal Christoph Schönborn.
15.10.2025, 19 Uhr
Meldung

Kirche

Fastenzeit, wie, was? Die Konfrontation mit dem Ramadan kann für Nichtmuslime zum Anlass werden, die eigenen christlichen Wurzeln kennenzulernen.
18.02.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch
Der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz gilt vielen als Favorit auf die Bätzing-Nachfolge. Er empfiehlt sich als maßhaltender Kommunikator.
18.02.2026, 07 Uhr
Jakob Ranke
Was bleibt, wenn der Karnevalsrausch verstummt? Staub, Asche und der Ruf zu einem hoffnungsvollen Neubeginn.
18.02.2026, 06 Uhr
Dorothea Schmidt