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Keine eigenständigen Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare

Die anglikanischen Bischöfe setzten sich durch: Segensgebete im regulären Gottesdienst bleiben möglich, spezielle Zeremonien für gleichgeschlechtliche Paare vorerst nicht.
Sarah Mullally
Foto: IMAGO/Dinendra Haria (www.imago-images.de) | Die Chefin, Erzbischöfin von Canterbury Sarah Mullally, diagnostiziert Verletzungen durch den Liebesprozess: Living in Love and Faith ist erstmal vorbei.

Die Generalsynode der Church of England hat nach einer fast fünfstündigen Marathondebatte das neunjährige Reformprojekt „Living in Love and Faith“ (LLF) offiziell beendet und damit Pläne für eigenständige Segnungszeremonien gleichgeschlechtlicher Paare in Kirchen vorerst gestoppt. Der Antrag der Bischöfe wurde mit 252 zu 132 Stimmen bei 21 Enthaltungen angenommen; in den getrennten Auszählungen votierten die Bischöfe einstimmig bei zwei Enthaltungen, während der Antrag in der Geistlichen- und der Laienkammer jeweils deutliche Mehrheiten erzielte – so „The Christian Post“.

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Mit der Entscheidung endet ein Prozess, der seit 2017 die anglikanische Kirche intensiv beschäftigt und in den vergangenen drei Jahren besonders auf die Frage gerichtet war, ob für bereits standesamtlich verheiratete gleichgeschlechtliche Paare eigene Gottesdienste ermöglicht werden können. Die Bischöfe kamen jedoch zu dem Schluss, dass derzeit theologische und rechtliche Hürden einer solchen Regelung entgegenstehen. Zugleich bleibt es bei der bereits 2023 eingeführten Praxis: Segensgebete im Rahmen regulärer Gottesdienste sind weiterhin möglich; eigenständige liturgische Formate und kirchliche Trauungen gleichgeschlechtlicher Paare bleiben ausgeschlossen.

Die Debatte offenbarte erneut die tiefe Spaltung innerhalb der anglikanischen Kirche. Acht Änderungsanträge scheiterten: Liberale wollten den Weg zu Segnungszeremonien beschleunigen oder LLF fortsetzen, konservative Stimmen verlangten teils eine schärfere Kritik am bisherigen Vorgehen der Bischöfe oder die Streichung geplanter Nachfolgegremien. Am Ende setzte sich der unveränderte Antrag durch, der den LLF-Prozess abschließt, zugleich aber zwei neue Arbeitsstrukturen vorsieht: eine Arbeitsgruppe „Beziehungen, Sexualität und Geschlecht“ sowie eine pastorale Beratungsgruppe gleichen Namens.

Der Erzbischof von York, Stephen Cottrell, räumte laut „Church Times“ offen Enttäuschungen ein. Er gab zu, dass die Kirche in diesen Fragen nicht dort angelangt sei, wo er sich vor drei Jahren, als die „Prayers of Love and Faith“ erstmals in die Synode eingebracht wurden, erhofft habe. Es habe „Fehler im Prozess“ gegeben, übermäßige Unklarheiten und eine zu starke Konzentration auf „Vereinbarungen“ zwischen den verschiedenen Fraktionen.

Mehrere Synodenmitglieder warnten, viele LGBTQ-Christen fühlten sich nach Jahren intensiver Gespräche erneut zurückgewiesen. Andere sprachen von einem schmerzhaften Vertrauensverlust und einer fortgesetzten Vertagung zentraler Gerechtigkeitsfragen. Dem hielten konservative Stimmen entgegen, auch die Verunsicherung jener, die an der traditionellen Lehre über Ehe und Sexualität festhalten, müsse ernst genommen werden. Vertreter aus dem globalen Süden betonten zudem, ihre Perspektiven seien im Prozess zu wenig berücksichtigt worden.

Die Erzbischöfin von Canterbury, Sarah Mullally, erklärte vor der Generalsynode laut „The Telegraph“, dass „LLF uns als Individuen und als Kirche verletzt hat“. Dennoch sei es nötig, im Gespräch zu bleiben, statt die Konfliktlinie zu verfestigen. Der schwule Geistliche Charlie Baczyk-Bell sagte: „Es ist höchste Zeit, dass die Kirche Maßnahmen ergreift, und während viele Homosexuelle still und leise gehen werden, werden sich viele von uns, die ordiniert sind, fragen, ob unser Gewissen wirklich von den Bischöfen zum Schweigen gebracht werden kann.“ Der Evangelische Rat der Kirche von England erklärte hingegen, dass Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare „im Widerspruch zur Lehre der Bibel“ stehen. (DT/jg)

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