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Rom schreibt erneut einen Brief zum Synodalen Ausschuss

Der Vatikan bittet die deutschen Bischöfe in einem Schreiben, nicht über die Satzung des Synodalen Ausschusses abzustimmen. ###Update: Brief im Original verfügbar###
Erneut hat Papst Franziskus einen Brief nach Deutschland gesandt.
Foto: IMAGO/Evandro Inetti (www.imago-images.de) | Erneut hat Papst Franziskus einen Brief nach Deutschland gesandt. Es soll nicht über den Synodalen Ausschuss abgestimmt werden.

Wie die Katholische Nachrichten Agentur (KNA) meldet, hat der Papst die deutschen Bischöfe gebeten, eine Abstimmung von der Tagesordnung ihrer Vollversammlung kommende Woche in Augsburg zu nehmen. „Ich kann bestätigen, dass ein Brief aus dem Vatikan heute eingegangen ist“, sagte der Pressesprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp, am Samstagabend gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). „In diesem Brief wird gebeten, dass die Vollversammlung - auch aufgrund von anstehenden Gesprächen zwischen Vertretern der Römischen Kurie und Vertretern der Deutschen Bischofskonferenz - nicht über die Satzung des Synodalen Ausschusses abstimmt.“

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Der Vorsitzende der DBK, Georg Bätzing, habe seinen Mitbrüdern daher mitgeteilt, den Punkt zunächst von der Tagesordnung zu nehmen. Alles weitere, so Kopp, werde sich während der Vollversammlung in Augsburg zeigen. Der Vatikan hatte in den vergangenen Jahren schon mehrfach erklärt, die Kirche in Deutschland sei nicht befugt, ein gemeinsames Leitungsorgan von Laien und Klerikern einzurichten.

Anhaltende Kritik am Synodalen Ausschuss

Im vergangenen November wurde versucht, einen Synodalen Ausschuss zu konstituieren, der die Einrichtung des von Rom untersagten Synodalen Rates vorbereiten sollte. Ferner sollte dieser Ausschuss den Synodalen Weg insofern fortsetzen, dass noch nicht verabschiedete Papiere dort beraten und verabschiedet werden. Vier deutsche Ortsbischöfe hatten sich gegen eine Mitarbeit im Ausschuss und gegen eine Finanzierung des Projekts über den Verband der Diözesen Deutschlands ausgesprochen. Die Bischöfe Gregor Maria Hanke (Eichstätt), Stefan Oster (Passau), Rudolf Voderholzer (Regensburg) und Kardinal Rainer Maria Woelki (Köln) verwiesen auf Vorbehalte aus dem Vatikan. Nach Ansicht der vier Bischöfe läuft bereits die Einrichtung eines vorbereitenden Synodalen Ausschusses den Weisungen von Papst Franziskus zuwider.

Auch katholische Laien hatten sich mehrfach an Rom in dieser Frage gewandt und um Unterstützung gebeten. Zuletzt hatte sich Papst Franziskus selber in einem Brief an vier Frauen gewandt, die aus dem Synodalen Weg ausgeschieden waren. In dem persönlich unterzeichneten Schreiben an die Moraltheologin Katharina Westerhorstmann, die Theologin Marianne Schlosser, die Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz und die Publizistin Dorothea Schmidt hatte Papst Franziskus bereits betont, er teile die Sorge „über die inzwischen zahlreichen konkreten Schritte“, mit denen sich große Teile der deutschen Ortskirche „immer weiter vom gemeinsamen Weg der Weltkirche zu entfernen drohen“. DT/kna/pwi

 

Lesen Sie hier den Brief aus dem Vatikan im Original: 

Download: Brief aus Rom an die DBK

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