In einem Post auf der Plattform X hat der US-amerikanische Bischof Robert Barron davor gewarnt, Synoden als „Foren für Lehrdebatten“ zu begreifen. Wörtlich schreibt er: „Wenn etablierte Lehren Gegenstand synodaler Entscheidungen werden, verfällt die Kirche in Relativismus und Selbstzweifel – wie der fehlgeleitete ‚Synodale Weg‘ in Deutschland deutlich zeigt.“
Barron äußerte sich vor dem Hintergrund des am Donnerstag zu Ende gegangenen Kardinalskonsistoriums in Rom, das unter anderem das Thema Synodalität erörterte und dessen Format dem der Weltsynode ähnelt. Er habe selbst „als gewählter Delegierter an beiden Runden der Synode über die Synodalität in Rom teilgenommen“ und jüngst eine Diözesansynode in seinem Bistum Winona-Rochester in Minnesota geleitet. Sein Fazit: „Synoden sind gute und nützliche Instrumente zur Entwicklung praktischer pastoraler Strategien“, jedoch nicht zur Debatte theologischer Lehrfragen.
Barron warnt vor Dauersynoden
Dabei verwies Barron auf die Gründer der Zeitschrift Communio: Joseph Ratzinger, Hans Urs von Balthasar und Henri de Lubac. Diese hatten sich seinerzeit von der Zeitschrift „Concilium" getrennt, deren erklärtes Ziel die Fortführung des „Geistes des Zweiten Vatikanischen Konzils“ war. Die großen Theologen der Communio-Schule hätten erklärt, dass Konzilien zwar mitunter notwendig für das Leben der Kirche seien, „doch atme man am Ende eines Konzils erleichtert auf, da die Kirche dann zu ihrer eigentlichen Aufgabe zurückkehren könne“.
Solange die Kirche in Konzilien tage, verharre sie laut Barron „in der Schwebe, ist unsicher und ratlos“. Darum plädiert er für eine Synodalität als Suche nach praktischen Mitteln, „mit denen die Kirche ihre Aufgaben der Gottesverehrung, der Evangelisierung und der Hilfe für die Armen wirksamer erfüllen kann“. Sie sollte allerdings kein „dauerhaftes Merkmal des kirchlichen Lebens werden“, damit die Kirche nicht ihre Dynamik und ihren Fokus verliere.
Bischof Barron ist durch sein Medienapostolat „Word on Fire“ weit über seine eigene Diözese hinaus bekannt geworden. Im Juli 2025 erhielt er in Deutschland für sein Engagement in der Neuevangelisierung den Josef-Pieper-Preis. Während Kritiker ihm eine Nähe zum Rechtspopulismus vorwerfen und seine konservativen Positionen bemängeln, erzielt er mit seinen Videos in den sozialen Medien internationale Reichweite und Millionen Aufrufe. DT/dsc
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