Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Synodalität

Bischof Barron warnt vor Lehrdebatten in Synoden

Der US-Bischof kritisiert den deutschen Sonderweg und plädiert für eine Synodalität, welche auf pastorale Praxis statt auf dauerhafte Grundsatzdiskussionen setzt. Prorität müssten Gottesverehrung, Evangelisierung und Hilfe für die Armen haben..
Bischof Barron
Foto: World On Fire | Bischof Barron

In einem Post auf der Plattform X hat der US-amerikanische Bischof Robert Barron davor gewarnt, Synoden als „Foren für Lehrdebatten“ zu begreifen. Wörtlich schreibt er: „Wenn etablierte Lehren Gegenstand synodaler Entscheidungen werden, verfällt die Kirche in Relativismus und Selbstzweifel – wie der fehlgeleitete ‚Synodale Weg‘ in Deutschland deutlich zeigt.“

Lesen Sie auch:

Barron äußerte sich vor dem Hintergrund des am Donnerstag zu Ende gegangenen Kardinalskonsistoriums in Rom, das unter anderem das Thema Synodalität erörterte und dessen Format dem der Weltsynode ähnelt. Er habe selbst „als gewählter Delegierter an beiden Runden der Synode über die Synodalität in Rom teilgenommen“ und jüngst eine Diözesansynode in seinem Bistum Winona-Rochester in Minnesota geleitet. Sein Fazit: „Synoden sind gute und nützliche Instrumente zur Entwicklung praktischer pastoraler Strategien“, jedoch nicht zur Debatte theologischer Lehrfragen.

Barron warnt vor Dauersynoden

Dabei verwies Barron auf die Gründer der Zeitschrift Communio: Joseph Ratzinger, Hans Urs von Balthasar und Henri de Lubac. Diese hatten sich seinerzeit von der Zeitschrift „Concilium" getrennt, deren erklärtes Ziel die Fortführung des „Geistes des Zweiten Vatikanischen Konzils“ war. Die großen Theologen der Communio-Schule hätten erklärt, dass Konzilien zwar mitunter notwendig für das Leben der Kirche seien, „doch atme man am Ende eines Konzils erleichtert auf, da die Kirche dann zu ihrer eigentlichen Aufgabe zurückkehren könne“.

Solange die Kirche in Konzilien tage, verharre sie laut Barron „in der Schwebe, ist unsicher und ratlos“. Darum plädiert er für eine Synodalität als Suche nach praktischen Mitteln, „mit denen die Kirche ihre Aufgaben der Gottesverehrung, der Evangelisierung und der Hilfe für die Armen wirksamer erfüllen kann“. Sie sollte allerdings kein „dauerhaftes Merkmal des kirchlichen Lebens werden“, damit die Kirche nicht ihre Dynamik und ihren Fokus verliere.

Bischof Barron ist durch sein Medienapostolat „Word on Fire“ weit über seine eigene Diözese hinaus bekannt geworden. Im Juli 2025 erhielt er in Deutschland für sein Engagement in der Neuevangelisierung den Josef-Pieper-Preis. Während Kritiker ihm eine Nähe zum Rechtspopulismus vorwerfen und seine konservativen Positionen bemängeln, erzielt er mit seinen Videos in den sozialen Medien internationale Reichweite und Millionen Aufrufe.  DT/dsc

Katholischen Journalismus stärken

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Stärken Sie katholischen Journalismus!

Unterstützen Sie die Tagespost Stiftung mit Ihrer Spende.
Spenden Sie direkt. Einfach den Spendenbutton anklicken und Ihre Spendenoption auswählen:

Die Tagespost Stiftung-  Spenden

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Diözesen Hans Urs von Balthasar Henri de Lubac Neuevangelisierung Robert Barron Zweites Vatikanisches Konzil

Weitere Artikel

Der lange Schatten der Würzburger Synode: Warum der Synodale Weg weder originell noch aussichtsreich war – eine Nachlese.
22.02.2026, 17 Uhr
Martin Grichting
„Er kann Medien": Im Wortlaut die Laudatio des Passauer Bischofs Stefan Oster anlässlich der Verleihung des Josef-Pieper-Preises an den US-Bischof Robert Barron.
27.07.2025, 13 Uhr
Stefan Oster
Manfred Hauke und Richard Schenk beweisen, dass ihr Lehrer, Kardinal Leo Scheffczyk, ein Meister der Unterscheidung ist.
15.02.2026, 15 Uhr
Manuel Schlögl

Kirche

Am 28. Februar ist in Herne ein Harry-Potter-Gottesdienst geplant. Warum die Kirche Fernstehenden damit keinen christlichen Dienst erweist.
26.02.2026, 09 Uhr
Guido Rodheudt
Im Konflikt um das spanische Klarissenkloster gibt es eine erste formale Rückkehr: Zwei Ex-Ordensfrauen sind nicht mehr exkommuniziert, nachdem sie das schismatische Manifest widerrufen.
25.02.2026, 14 Uhr
José García
Der Wunsch nach einem Wandel in der Bischofskonferenz lässt sich nicht mehr unterdrücken. Als Moderator ist Heiner Wilmer aufgrund seines verbindlichen Wesens für das Amt die beste Wahl.
25.02.2026, 11 Uhr
Regina Einig