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Gott im Zentrum

Der Wunsch nach einem Wandel in der Bischofskonferenz lässt sich nicht mehr unterdrücken. Als Moderator ist Heiner Wilmer aufgrund seines verbindlichen Wesens für das Amt die beste Wahl.
Der neue DBK-Vorsitzende Heiner Wilmer
Foto: IMAGO / HMB-Media | Zu den Aufgaben des neuen Vorsitzenden gehört es nun, die Annahme der umstrittenen Satzung der geplanten Synodalkonferenz am Dienstag zu deuten und in der Kurie zu vermitteln.

Mit der Wahl des Hildesheimer Oberhirten Heiner Wilmer zum neuen Vorsitzenden hat sich die Mehrheit der deutschen Bischöfe vom Sekretariat der Bischofskonferenz (DBK) freigeschwommen. Dieses Mal nahmen die Bischöfe das Heft selbst in die Hand. Für den vom DBK-Sekretariat ursprünglich favorisierten Paderborner Erzbischof Udo Bentz fand sich ebenso wenig die notwendige Stimmenzahl wie für den Essener Oberhirten Franz-Josef Overbeck. Der Wunsch nach einem Wandel in der Konferenz lässt sich nicht mehr unterdrücken.

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Als Moderator ist Wilmer, der bei den Synodalversammlungen mit der Mehrheit stimmte, aufgrund seiner Biografie und seines ruhigen, verbindlichen Wesens für das Amt die beste Wahl. Schon bei seiner ersten Pressekonferenz wehte ein anderer Wind als bei den Vorgängern. Wilmer präsentierte sich als Geistlicher, nicht als machtbewusster Kirchenpolitiker; er sprach davon, Gott ins Zentrum zu stellen und mit den Mitbrüdern in Demut den eigenen Weg zu gehen – das klang erfrischend anders als der übliche Konferenzsprech.

Mehr Beachtung für den Herrn und weniger Strukturdebatte

Mehr Beachtung für den Herrn und weniger Strukturdebatte – mit dieser Maxime hat Wilmer offenbar den Nerv der bischöflichen Mehrheit getroffen, die sich dem über Jahre aufgebauten kirchenpolitischen Druck entziehen möchte und mehr Konzentration auf das Wesentliche erhofft.

Zu den Aufgaben des neuen Vorsitzenden gehört es nun, die Annahme der umstrittenen Satzung der geplanten Synodalkonferenz am Dienstag zu deuten und in der Kurie zu vermitteln. Zu oft wurde den Bischöfen von interessierter Seite mehr römische Zustimmung für das deutsche Synodalprojekt suggeriert, als sich nachweislich abrufen ließ. Wenn die römische Kurie der Satzung uneingeschränkt zustimmte – was spräche gegen eine öffentliche Mitteilung? Eine entsprechende Frage dieser Zeitung blockte der Pressesprecher der DBK eilig ab.

Nun liegt der Schwarze Peter in Rom: Dort wird man sich bis zur Herbstvollversammlung, die Ende September in Fulda stattfindet, mit der Frage der Recognitio befassen, einer üblicherweise zunächst zeitlich befristet erteilten Genehmigung. Über das Problem des Textes, inwieweit die Rechenschaft der Bischöfe zur überdiözesanen Kontrolle der deutschen Bistümer instrumentalisiert werden kann, ist das letzte Urteil noch nicht gefallen.

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Regina Einig Heiner Wilmer

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