Frankfurt/Main

Synodaler Weg: Verantwortliche weisen Woelki-Kritik zurück

Es wurden keine Redebeiträge oder Änderungsanträge ignoriert, meint die stellvertretende ZdK-Chefin Kortmann und ergänzt: Kardinal Woelki sol.le seine Vorwürfe zurücknehmen. Auch Marx und Sternberg weisen Kritik von sich.

Verantwortliche weisen Kritik am Synodalen Weg zurück
Fordert Kardinal Woelki auf, die von ihm geäußerten Vorwürfe zurückzunehmen: Karin Kortmann, Vizepräsidentin des ZdK, im Bild mit Theodor Bolzenius, Pressesprecher des ZdK und des Synodalen Weges. Foto: Synodaler Weg/Malzkorn

Die Verantwortlichen des Synodalen Weges haben die Kritik des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki an der ersten Synodalversammlung in Frankfurt zurückgewiesen. „Es wurden keine Redebeiträge oder Änderungsanträge ignoriert“, betonte die stellvertretende Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Karin Kortmann, in der abschließenden Pressekonferenz. Zudem äußerte sie den Wunsch, der Kardinal solle seine Vorwürfe zurücknehmen. Alle Anträge seien sorgfältig beraten und zur Abstimmung gestellt worden, so Kortmann – auch die, bei denen Woelki zu den Antragstellern gehörte.

Marx: Woelki hat Satzung selbst mit verabschiedet

Kardinal Woelki hatte im Gespräch mit dem „Kölner Domradio“ kritisiert, dass in Frankfurt nicht jede Meinung Frankfurt ausreichend Gehör gefunden habe. Zudem sei die hierarchische Ordnung der Kirche in Frage gestellt worden. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Reinhard Marx, ging nicht näher auf die Äußerungen des Kölner Erzbischofs ein, betonte in der Pressekonferenz jedoch, dass die Beratungen so abgelaufen seien, wie es die DBK und das ZdK geplant hatten. Kardinal Woelki habe keinen Grund sich zu beschweren, da er die Satzung des Synodalen Wegs selbst mit verabschiedet hatte. Bei Abstimmungen könne sich nun einmal nicht jeder mit seiner Meinung durchsetzen.

Im Gespräch mit der „Tagespost“ kritisierte Kardinal Woelki zudem, die Synodalversammlung durch die Art der Verfasstheit und der Konstituierung der Veranstaltung „quasi ein protestantisches Kirchenparlament“ implementiere. Es habe sich gezeigt, dass ekklesiologische Grundfesten der Kirche nicht mehr relevant seien. „Im Grunde hat sich ein eher ins Protestantische hineinreichendes Kirchenverständnis gezeigt“, so der Kölner Erzbischof. Dadurch werde es schwierig, noch zu erkennen, was die katholische Kirche ausmache.

Sternberg: Adjektive protestantisch oder evangelisch keine Schimpfwörter

 Auch ZdK-Präsident Thomas Sternberg wies die Äußerungen Woelkis deutlich zurück. Die Adjektive protestantisch oder evangelisch seien keine Schimpfwörter. Man komme sehr gut mit den protestantischen Glaubensgeschwistern aus. Zudem äußerte Sternberg die Ansicht, Kardinal Woelkis Äußerungen zeigten, dass sich die katholische Kirche eine Grundfrage über die eigene Struktur stellen müsse. „Will man Synodalität, wie sie der Papst immer einfordert, oder will man altes Modell der kirchlichen Organisation aus dem 19. Jahrhundert?“, fragte der ZdK-Präsident.

Kardinal Marx kündigte indes an, Papst Franziskus in den kommenden Tagen über die erste Synodalversammlung informieren zu wollen. Das solle während einer ohnehin terminierten Romreise in der kommenden Woche geschehen.

DT/mlu/KNA

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