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Putin entfesselt im Donbass die Kräfte der Hölle

Mit Beginn der orthodoxen Karwoche startete Moskau seine Offensive in der russischsprachigen Ostukraine. Doch ein Auferstehungswunder ist nicht in Sicht.
Butscha: Bilder von Zerstörung und Massakern
Foto: Edgar Schütz (APA) | Bilder von Zerstörung und Massakern, wie hier aus Butscha, wird man bald auch aus dem Donbass sehen.

Russlands Großoffensive zur Eroberung des Donbass hat begonnen. Pünktlich zum Beginn der orthodoxen Karwoche, denn am vergangenen Sonntag feierte die Orthodoxie ihren Palmsonntag. Journalisten in der Ostukraine berichten von ständigem Artilleriebeschuss. „Es ist die Hölle. Die Offensive, von der wir seit Wochen sprechen, hat begonnen“, schreibt der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, auf Facebook.

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Grausame Bilder

Das ist nicht übertrieben. Die Bilder von willkürlich und grausam Ermordeten, Gefolterten und Vergewaltigten, die alle Welt aus den Kiewer Vorstädten nach dem Rückzug der russischen Truppen sah, dürften sich nun im Osten wiederholen. Eine wahrhaft höllische Karwoche hat begonnen – und es gibt keine Anzeichen dafür, dass sie am kommenden Sonntag, dem orthodoxen Auferstehungsfest, endet.

Wladimir Putin hatte seinen Einmarsch unter anderem damit begründet, er müsse die Russischsprachigen im Osten der Ukraine vor dem angeblich nationalistischen „Kiewer Regime“ beschützen. Niemand hatte um diesen Schutz gebeten. Im Gegenteil: In den von Russland und seinen „Separatisten“ kontrollierten Gebieten des Donbass fanden seit 2014 systematische Menschenrechtsverletzungen statt. Nicht nur, aber auch Verstöße gegen die Religionsfreiheit: Hier, wie auf der Krim, wurden alle Religionen außer der „Ukrainisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats“ diskriminiert. Priester wurden entführt, Kirchen enteignet.

Wir sind ein Volk

In der Hölle des Kriegs kennt der Zerstörer keinen Unterschied mehr: Seit 24. Februar beschossen Putins Invasionstruppen die Gotteshäuser aller Religionen, auch jene Kirchen, in denen noch immer der Name des Moskauer Patriarchen Kyrill im Gottesdienst kommemoriert wird. Während Kyrill über die Einheit von Russen und Ukrainern („Wir sind ein Volk“) predigt, zerbombt und zerschießt sein Kriegsherr im Kreml die letzten Reste des Verbindenden, sprengt alle Brücken zur Versöhnung, vernichtet alle Gemeinsamkeit dessen, was die Ideologen in Moskau „russische Welt“ nennen. Nicht der vermeintlich intrigante Westen spaltet Russen und Ukrainer, sondern Putins mörderischer Imperialismus.

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Stephan Baier Hölle Religionsfreiheit Russische Regierung Wladimir Wladimirowitsch Putin

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