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„Russische Orthodoxie dient neoimperialen Zielen“

Das Moskauer Patriarchat sei ein Staatsorgan und in die aggressive Politik des Kremls integriert, meinen die ukrainischen Kirchen und Religionsgemeinschaften.
St. Andreas, Saporischschja
Foto: IMAGO/Dmytro Smolienko (www.imago-images.de) | Im Krieg in jeder Hinsicht beschädigt: die Ukrainisch-Orthodoxe Kirche, hier die durch russischen Beschuss getroffene St.-Andreas-Kathedrale in Saporischschja.

Scharfe Kritik an der Russisch-Orthodoxen Kirche hat der aus 16 Bekenntnissen bestehende „Allukrainische Rat der Kirchen und Religionsgemeinschaften“ geübt. Es sei bekannt, „dass die Russische Föderation die Religion, insbesondere die Russisch-Orthodoxe Kirche, in mehreren Ländern als Waffe zur Durchsetzung ihrer neoimperialen Ziele einsetzt“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der anerkannten Kirchen und Religionen der Ukraine. Und weiter: „Tatsächlich stellt die Führung der Russisch-Orthodoxen Kirche ein russisches Staatsorgan dar, das vollständig in die aggressive Politik des Kremls integriert ist.“

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Das sei auch der Grund, weshalb sich der russische Präsident Wladimir Putin auf der internationalen Bühne für diese Kirche einsetze. Medienberichten zufolge hatte Putin in seinem Gespräch mit US-Präsident Donald Trump in Alaska sowohl Garantien für die offizielle Anerkennung der russischen Sprache als auch Sicherheit für die Russisch-Orthodoxe Kirche in der Ukraine gefordert. Das Moskauer Patriarchat warf der Ukraine mehrfach eine Verletzung der Religionsfreiheit mit Blick auf Maßnahmen gegen die von Moskau abhängige, offiziell aber „autonome“ Ukrainisch-Orthodoxe Kirche vor.

Russland verletzt die Religionsfreiheit

Dazu heißt es in der aktuellen Erklärung des Allukrainischen Rates: „Seit Beginn ihrer Unabhängigkeit ist die Ukraine weltweit für ihre hohen Standards der Religionsfreiheit bekannt, die auch unter Kriegsrecht gewahrt und respektiert werden.“ Das im August des Vorjahres verabschiedete „Gesetz zum Schutz der Verfassungsordnung im Bereich der Tätigkeit religiöser Organisationen“ habe den Hintergrund, dass sich die russische Orthodoxie „direkt am Krieg gegen die Ukraine beteiligt, offen zur Zerstörung der ukrainischen Souveränität, Kultur und nationalen Identität bekennt, den Einsatz von Massenvernichtungswaffen segnet und die Tötung ukrainischer Zivilisten sowie die illegale Besetzung ukrainischer Gebiete offen unterstützt“.

Die Kirchen und Religionsgemeinschaften erinnern daran, dass der russische Patriarch Kyrill von einem „Heiligen Krieg“ sprach und den russischen Soldaten, die in diesem Krieg sterben, die „vollständige Vergebung ihrer Sünden“ zugesagt hatte. Damit billige er die Tötung von Ukrainern, darunter von Christen verschiedener Konfessionen. Die Erklärung des Allukrainischen Rates, dem auch die katholische Kirche des lateinischen wie des byzantinischen Ritus angehört, weist zudem darauf hin, dass in den russisch besetzten Gebieten der Ukraine alle Aktivitäten der christlichen Konfessionen eingeschränkt oder verboten sind: „Der russische Staat verletzt und missachtet sowohl auf seinem eigenen Territorium als auch in den besetzten ukrainischen Gebieten systematisch alle Grundprinzipien der Religionsfreiheit.“ (DT/sba)

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