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Palästinenserpräsident Abbas distanziert sich vom Hamas-Terror

Die Taten repräsentierten nicht das palästinensische Volk, sagt der Politiker der Fatah-Bewegung.
US-Außenminister Antony Blinken und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas
Foto: IMAGO/Palestinian President Press Offi (www.imago-images.de) | Derzeit ein gefragter Gespräschspartner: Der Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas (rechts im Bild) mit US-Außenminister Anthony Blinken am vergangenen Freitag, den 13. Oktober.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat sich vom Terror der im Gazastreifen herrschenden Hamas distanziert. Deren Taten repräsentierten nicht das palästinensische Volk. Die Tötung von Zivilisten beider Seiten lehne er ab. Dies sagte Abbas in einem Telefongespräch mit dem venezolanischen Diktator Nicolás Maduro am Sonntagabend. Seine Äußerungen wurden anschließend von der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa verbreitet. In dem Gespräch soll Abbas sich auch für einen friedlichen Widerstand gegen die israelische „Besatzung“ ausgesprochen und die Freilassung von Gefangenen durch alle Seiten gefordert haben. Zugleich sagte Abbas der Meldung zufolge, die „israelische Aggression“ müsse gestoppt werden. Maduro sicherte Abbas der Agentur Reuters zufolge die Lieferung humanitärer Hilfsgüter zu.

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Biden telefoniert mit Abbas und Netanyahu

Bereits am Samstag hatte der amerikanische Präsident Joe Biden mit Abbas telefoniert. Dabei sei ebenfalls die Versorgung der Zivilbevölkerung im Gazastreifen besprochen worden. Biden habe Abbas seine Unterstützung bei dessen Bemühungen um humanitäre Hilfe zugesagt, und gleichzeitig auch die diplomatischen Anstrengungen seiner eigenen Regierung zur internationalen Koordination von Hilfslieferungen mit Abbas besprochen, hieß es vom Weißen Haus. Auch mit dem israelischen Präsidenten Netanyahu hatte Biden am Samstag telefoniert. Dabei soll es um die Versorgung „unschuldiger Zivilisten“ mit Wasser, Lebensmitteln und medizinsicher Versorgung gegangen sein. Nach den Terrorangriffen der Hamas am vergangnen Wochenende hatte Israel zunächst die Versorgung des Gazastreifens mit Strom, Wasser und Treibstoff ausgesetzt. Nun sei die Wasserversorgung zumindest des südlichen Gazastreifens durch Israel wiederhergestellt worden, hieß es am Sonntag. Medienberichten zufolge sei dies auch auf Druck der USA geschehen. Israelische Offizielle verweisen allerdings darauf, dass auch regulär nur ein geringer Teil der Wasserversorgung des Gazastreifens aus Israel kommt.

Der Palästinenserpräsident Abbas, der seit 2004 Vorsitzender der „Palästinensischen Befreiungsorganisation“ (PLO) ist, führt die palästinensische Autonomiebehörde seit 2005. Damals wurde Abbas, der der „Fatah“ angehört, zum letzten Mal gewählt. Seit 2009 regiert Abbas ohne demokratisches Mandat im Westjordanland, während die islamistische Hamas, der die Fatah 2006 in Wahlen unterlag, seit 2007 den Gazastreifen kontrolliert. In Deutschland sorgte Abbas zuletzt 2022 für einen Eklat, als er während eines gemeinsamen Auftritts mit Bundeskanzler Olaf Scholz Israel vorwarf, an den Palästinensern „50 Holocausts“ begangen zu haben. (DT/jra)

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