Brüssel

EU bekommt neuen Beauftragten für Religionsfreiheit

Nach dem slowakischen Katholiken Ján Figel soll sich der zypriotische Christdemokrat Christos Stylianides um die Gewissens- und Religionsfreiheit weltweit kümmern.
Ehemaliger EU-Kommissar Stylianides
Foto: Marijan Murat (dpa) | Der Zypriote Stylianides war von 2014 bis 2019 EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement.

Der zypriotische Christdemokrat Christos Stylianides wird neuer Sondergesandter der Europäischen Union für die Religions- und Glaubensfreiheit weltweit. Er ist seit 2020 bereits Sonderberater des aus Griechenland stammenden Vizepräsidenten der EU-Kommission, Margaritis Schinas, für Bildung in Notfällen, Inklusion und Migration. Zuvor war der Zypriote von 2014 bis 2019 EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement.

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Unermüdlicher Einsatz für religiöse Minderheiten

Das Amt eines Sondergesandten für die Religions- und Glaubensfreiheit wurde in der EU 2016 vom damaligen Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker geschaffen und mit dem slowakischen Christdemokraten Ján Figel besetzt. Dieser intervenierte unermüdlich bei totalitären und islamistischen Regimen zugunsten verfolgter religiöser Minderheiten und wies immer wieder darauf hin, dass Christen weltweit die am stärksten verfolgte Glaubensgemeinschaft sind.

Figel prangerte einen „dramatischen Anstieg der Verstöße gegen die Religions- und Weltanschauungsfreiheit“ an und betonte, dass die Gewissens- und Religionsfreiheit „ein allen Menschen naturgegebenes Menschenrecht“ ist.

Im Juni des Vorjahres wollte die EU-Kommission die Amtszeit Figels nicht mehr verlängern und das Amt selbst auslaufen lassen. Dazu dürften nach Recherchen der „Tagespost“ Intrigen betont laizistischer Kreise gegen den praktizierenden Katholiken Figel beigetragen haben. Erst nach massiven zivilgesellschaftlichen und politischen Interventionen entschied die EU-Kommission Mitte Juli 2020, das Amt fortzuführen. Der 1958 in Nikosia geborene orthodoxe Christ Stylianides tritt nun nach einer zweijährigen Pause die Nachfolge Figels an. Die Ernennung zeige, „dass wir entschlossen sind, die Rechte aller Glaubensrichtungen und Überzeugungen zu schützen“, kommentierte Kommissions-Vizechef Schinas die Ernennung.  DT/sba

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