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Ein Trauerspiel

Warum der Sachverständigenbericht, der die Wirksamkeit der Corona-Maßnahmen bewerten sollte, enttäuscht.
Hendrik Streeck, Virologe, spricht auf der Pressekonferenz des Sachverständigenausschuss
Foto: Fabian Sommer (dpa) | Hendrik Streeck, Virologe, spricht auf der Pressekonferenz des Sachverständigenausschuss zur Evaluation des Infektionsschutzgesetzes (IfSG).

Nun liegt er also vor. Der mit Spannung erwartete Bericht, mit dem die von Bundesregierung und Bundestag berufenen Sachverständigen die Maßnahmen, die zur Bekämpfung der Pandemie ergriffen wurden, evaluieren sollten. Das Ergebnis ist ein Trauerspiel.

Zu wenig Daten, zu wenig Zeit, zu wenig Personal

Genaues weiß man nicht – so könnte die Überschrift über zahlreichen Kapiteln lauten, die der 165 Seiten umfassende Bericht enthält. Zu wenig Daten, zu wenig Zeit, zu wenig Personal habe es gegeben, um zu anderen Ergebnissen kommen zu können.

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Wem, so muss man fragen, nützt die an sich begrüßenswerte wissenschaftliche Überprüfung und nachträgliche Begutachtung der Maßnahmen, die Bund und Länder zur Bekämpfung der Pandemie ergriffen haben, wenn dem Gremium, das diese Aufgabe übernehmen soll, die Voraussetzungen fehlen, um sie ordentlich ausführen zu können? Die Antwort scheint klar: Selbstverständlich denjenigen, die die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie angeordnet haben. Denn wer könnte die Verantwortung übernehmen und die Konsequenzen für etwas tragen, das nebulös bleibt und im Meer des Nichtwissens versinkt? Niemand natürlich.

Altbekanntes mit Expertensiegel versehen

Kurzfristig mag der Politik ein solches Vorgehen nutzen. Langfristig jedoch schadet es ihr. Und zwar parteiübergreifend. Denn es schürt berechtigte Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Willens der Verantwortlichen, Regierungshandeln ergebnissoffen überprüfen zu lassen und unterminiert so weiter das in weiten Teilen der Bevölkerung längst massiv ramponierte Vertrauen in die Regierenden.

Statt im Einzelnen begründet darzulegen, welche der ergriffenen Maßnahmen sinnvoll waren und welche nicht, zeigt der Bericht vor allem auf, welche Daten, wann, wo und wie erhoben hätten werden müssen, um brauchbare Erkenntnisse zu gewinnen. Und so lernen wir kaum mehr, als das Masken in Innenräumen, unter der Voraussetzung, dass sie auch korrekt getragen werden, vor Ansteckung und Weitergabe des Virus schützen können. Dass ein Lockdown zu Beginn der Pandemie die Ausbreitung des Virus zu hemmen vermag, wo hingegen Schulschließungen wenig am Infektionsgeschehen ändern, dafür aber zahlreiche unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen.

Nichts also, was wir nicht längst wüssten. Nur, dass Altbekanntes nun auch mit einem Expertensiegel versehen wurde. Gleiches gilt für die Krisenkommunikation, der die Sachverständigen ein schlechtes Zeugnis ausstellen, während sie das Reizthema Impfung vollständig ausklammern. Ein Trauerspiel, ein Armutszeugnis.

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Stefan Rehder Deutscher Bundestag Lockdown

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