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Abgerechnet wird nach dem Krieg

Selenskyj ist ein Held, aber kein Heiliger und die Ukraine ist nicht perfekt. Trotzdem geht der Vorschlag, jetzt Wahlen abzuhalten, in die Irre.
Außenpolitikkorrespondent Stephan Baier, Wolodymyr Selenskyj
Foto: DT / IMAGO / Newscom / AdMedia | Fehlerhafter Held: Wolodymyr Selenskyi.

Zuerst haben uns die Märchen daran gewöhnt, dann Karl May: Der Schurke ist ein rundum böser Finsterling, der Gute stets ein strahlender Held. Und obwohl wir dank Zeitungslektüre oder Gewissenserforschung wissen, dass die Realität facettenreicher ist, sehnen wir uns nach dem heiligen Helden. Wer genug Wirklichkeit erträgt, um Russland ohne sowjetrote Brille mit Zarenfilter zu betrachten, weiß längst, dass Putin einen nach innen und außen mörderischen Mafiastaat geschaffen hat. Dass hier Korruption und Kriminalität überbordend sowie final in einer starken Hand vereint sind, wundert da schon nicht mehr.

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