Kinderkatechese

Himmlische Helfer

Der September ist in unserer katholischen  Tradition der Engelmonat. Wie dein Schutzengel ein richtig starker Freund für dich wird, liest du hier!
Das Bild wurde gemalt von Charlotte Theuke (12 Jahre) aus Limburg.“
Foto: privat | Das Bild wurde gemalt von Charlotte Theuke (12 Jahre) aus Limburg.“

 Alleine zu sein, im Dunkeln, Angst zu spüren und Gefahren zu wittern, das ist nicht schön! Für ein Kind ist das besonders belastend. Sind wir da nicht froh, dass jeder von uns einen Schutzengel an seiner Seite hat? Wer ist das? Was genau macht er? Wie erkläre ich das meinem Kind? Hier einige Tipps, um dieses spannende und tröstende Thema Kindern näher zu bringen.


 1. Was genau sind eigentlich Engel?


Als Gott die Welt erschaffen hat, hat er auch Engel erschaffen. Diese sind Personen, so wie wir. Allerdings sind sie viel vollkommener. Sie haben keinen Körper. Und auch keine Flügel, obwohl sie oft so dargestellt werden. Sie sind reine Geistwesen. Deswegen sterben sie auch nicht. Die Engel können Sachen verstehen, sie haben Intelligenz. Und sie haben einen eigenen Willen. Das Beeindruckende: die Engel haben sich unwiderruflich dazu entschieden, Gott zu dienen und zu ehren. Sie sind im Himmel bei ihm. Und das ist für sie aufregend und spannend. Glaube nicht, dass sich Engel langweilen. Sie sind glücklich und erfüllt, weil sie ganz nahe bei Gott sind.


 2. Was machen Engel den ganzen Tag?


Die Engel finden es total schön, Gott zu dienen und ihn zu loben. Sie sind so nahe bei Gott, dass sie ihn unfassbar liebhaben. Sie können es sich nicht vorstellen, nicht bei Gott zu sein. Und Gott gibt ihnen verschiedene Aufgaben. Das griechische Wort für „Engel“ bedeutet Bote. Schließlich gibt Gott ihnen in der Bibel öfter den Auftrag, Botschaften zu den Menschen zu bringen. Zum Beispiel kommt im Alten Testament ein Engel zu Manoach und sagt ihr, dass sie ein Kind bekommen wird, nämlich Simson. Zu Jesaja kommt ein Engel, um ihm zu sagen, dass er als Prophet das Wort Gottes verkünden soll. Ein Engel kommt zu Elija, um ihn mit Brot und Wasser zu versorgen. Der Engel Gabriel sucht Maria auf, um ihr die Pläne Gottes zu verkünden. 

Lesen Sie auch:


 3. Waren die Engel auch bei Jesus?


Natürlich! Die Evangelien berichten immer wieder davon. Als Jesus geboren wurde, kam ein Engel zu den Hirten, um ihnen Bescheid zu sagen, dass gerade etwas ganz Großes passiert ist. Und dann kommt gleich ein ganzes Engelheer, um Gott zu loben. Als Jesus noch ein kleines Kind war und König Herodes ihn umbringen wollte, kam ein Engel und sagte Josef, er solle mit Maria und dem Kind nach Ägypten fliehen. Nachdem Jesus in der Wüste versucht worden war, kamen Engel, um ihm zu dienen. Und als Jesus kurz vor seinem Tod im Garten Getsemani die Nacht verbrachte und voller Angst war, kam ein Engel, um ihn zu stärken. Wie froh muss Jesus gewesen sein, dass die Engel immer bei ihm waren!


 4. Schutzengel als Gottes Verkehrshelfer?


„Vorsicht: Auto! – Das ist nochmal gerade gutgegangen. Da hat dein Schutzengel aber aufgepasst.“ Sind die Schutzengel einfach die Verkehrshelfer vom lieben Gott? Nein. Sie sind viel mehr! Die Engel sollen helfen, dass alle in den Himmel kommen. Und weil Gott jeden Menschen, dich und mich, unsagbar liebt, hat er für jeden von uns einen Engel beauftragt, der uns besonders beschützen und in den Himmel führen soll. Das ist dein Schutzengel! Der ist nur für dich da. Ist das nicht genial? „Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen. Sie tragen dich auf Händen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.“ (Ps 91,11-12) Manchmal geraten wir in eine gefährliche Situation und haben Glück im Unglück. Um Haaresbreite wärest du von einem großen Stein getroffen worden. In solchen Momenten ist dein Schutzengel ohne Zweifel zur Stelle. Aber noch viel mehr ist dein Schutzengel um dein Herz bemüht und möchte helfen, dass du ein frohes Herz, voller Liebe, hast. Er möchte alles Böse von dir fernhalten. Und er will, dass du auch ganz nahe bei Gott sein kannst, so wie er!


 5. Du kannst mit deinem Schutzengel sprechen!


Wie wäre es, wenn du jeden Tag kurz mit deinem Schutzengel sprichst? Du kannst dich ihm anvertrauen und ihn um Hilfe bitten. Du kannst das mit deinen eigenen Worten tun oder ein Gebet nutzen, das es schon gibt:


Schutzengel mein, ich bitte dich,
beschütze und bewahre mich.
Du bist herrlich, stark und schön,
ich darf an deiner Seite gehn.
Du bleibst bei mir bei Tag und Nacht
und gibst auf Leib und Seele Acht.
Begleite mich zu jeder Zeit
und führ mich einst zur Ewigkeit.
 Oder:
Engel Gottes, mein Beschützer, 
Gott hat dich gesandt mich zu begleiten.
Erleuchte, beschütze und führe mich.
Amen.


 6. Bald wird gefeiert!


Wir lieben es, Geburtstag zu feiern. In vielen Familien wird auch der Namenstag gefeiert. Und wann lässt du deinen Schutzengel hochleben? Am 2. Oktober feiern wir die Schutzengel und danken ihnen, dass sie uns zur Seite stehen. Lasst es krachen! Die Engel haben es verdient. Vielleicht backt ihr einfache Schutzengelkekse. Oder ihr bereitet ein großes Eis zum Nachtisch vor. Es wäre wunderschön, wenn ihr euren Schutzengeln beim gemeinsamen Nachtgebet dankt und euch ihnen anvertraut.

 Ein Schlusswort für Mama und Papa: Gott hat euch eure Kinder anvertraut. Wie genial! Und vielleicht spürt ihr auch immer wieder mit Unbehagen, dass ihr nicht alles kontrollieren könnt. Es gibt Ereignisse im Leben eurer Kinder, auf die ihr keinen Einfluss habt. Sprecht deswegen immer wieder mit den Schutzengeln eurer Kinder. Vertraut eure Kinder diesen wunderbaren Boten und Dienern Gottes an. Und freut euch jetzt schon auf den Augenblick, wo eure Familie zusammen mit den Engeln im Himmel Gott loben und preisen wird.

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Raphael Ballestrem Bernadette Ballestrem Altes Testament Katholizismus Traditionen

Weitere Artikel

Die Kirche verreckt an ihrer Sprache, meint der Kommunikationsexperte und Buchautor Erik Flügge. Dabei ist es über die Jahrhunderte der Sprachentwicklung des Deutschen immer wieder die ...
08.09.2022, 17 Uhr
Josef Bordat
Mit der Theologie des Leibes zurück zu den Ursprüngen der menschlichen Liebe.
22.08.2022, 17 Uhr
Corbin Gams

Kirche

Die Attacken von Bischof Georg Bätzing auf Kardinal Kurt Koch sind Zeichen einer Feindseligkeit, die mit dem Synodalen Weg immer mehr um sich greift. Für Rom ist das eine Herausforderung.
06.10.2022, 09 Uhr
Guido Horst
Durch die emotionalisierte Insnzenierung von einem Opfer und einem Täter, der sich entschuldigen soll, wird ein notwendiger Disput im Keim erstickt: der über das Verständnis der Offenbarung.
05.10.2022, 18 Uhr
Dorothea Schmidt
Bischof Rudolf Voderholzer über den Synodalen Weg. Die Beratungen der Bischöfe in Fulda und der Ad-limina-Besuch in Rom im November bewegen die Gemüter.
05.10.2022, 17 Uhr
Regina Einig
Das Projekt des Erzbistum München und Freising hat den Anspruch „die Anliegen queerer Katholikinnen und Katholiken besser zu berücksichtigen sowie Austausch und Beratung für Menschen aus der ...
05.10.2022, 18 Uhr
Meldung