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Der Gleichgültige: Platons gefährlichste Figur

Nicht der Fanatiker ist der ultimative Gegenspieler, sondern der kühle Berufspolitiker. Eine erschreckend aktuelle Diagnose.
Den Menschen durchschaut: Die sokratischen Dialoge haben nichts an ihrer Aktualität verloren.
Foto: Copyright: xfillvectorx via imag (www.imago-images.de) | Den Menschen durchschaut: Die sokratischen Dialoge haben nichts an ihrer Aktualität verloren.

Es ist bemerkenswert, dass der Urvater der abendländischen Philosophie keine Lehrbücher geschrieben hat. Die Rede ist natürlich von Platon, der – im klaffenden Unterschied zu seinem Schüler Aristoteles – auf mehrbändige, paragraphierte Abhandlungen verzichtete und stattdessen Dialoge schrieb: Gespräche, die uns nicht nur Aussagen vor Augen stellen, sondern lebendige Menschengestalten. Es besteht kein Anlass, diese Methode zu belächeln und der strengen Aussagenlogik ein Monopol über die Wahrheit zuzusprechen: Gewiss kann man auf die Frage „Was ist Liebe?“ mit einer sachbuchartigen Definition korrekt antworten – doch wird man der Wahrheit dadurch nicht so nah kommen wie durch fünfzig Jahre Ehe.

Hinweis: Dieser Artikel ist vor Abschluss des Probeabos erschienen, weswegen er in diesem nicht enthalten ist.
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