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„Wir sind Kirche“ stellt Existenzberechtigung der Kleruskongregation in Frage

Den „letzten Aufschrei“ einer „sterbenden Religionsdiktatur“ sieht die Reformbewegung „Wir sind Kirche“ in der jüngsten Instruktion des Vatikan zu Pfarrgemeindereformen. Gläubige sollten sich nicht mehr vorschreiben lassen, wie sie ihr Glaubensleben zu bestreiten hätten.
Hohe Domkirche zu Trier
Foto: Harald Tittel (dpa) | "Wir sind Kirche" vermutet, dass die „gänzlich unerwartete Instruktion“ mit Absicht in einer Zeit veröffentlicht worden sei, in der in Deutschland und weltweit „nach neuen Wegen für die Zukunft der Kirche“ gesucht werde.

Die selbst erklärte Kirchenvolksbewegung „Wir sind Kirche“ übt deutliche Kritik am neuen Dokument des Vatikans zu Pfarrgemeindereformen. Die Instruktion der vatikanischen Kleruskongregation „Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche“ sieht die Reformbewegung als „ungeheuerlichen Versuch Roms“, die Kirche wieder vorkonziliar zu machen und Pastoralreformen auszubremsen.

Glaubensleben nicht mehr vorschreiben lassen

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„Wir sind Kirche“ bezeichnet die Instruktion als „letzten Aufschrei“ einer sterbenden Religionsdiktatur und bemängelt, dass vor allem auch alle Frauen von allen Leitungs- und Weiheämtern ferngehalten würden. Es stelle sich grundsätzlich die Frage nach der Existenzberechtigung der Kleruskongregation, die eine „Klerikalisierung, also die Zwei-Klassen-Kirche“ aufrechtzuerhalten versuche.

An Gemeinden, kirchliche Gremien, Bischöfe und die Mitglieder des Synodalen Wegs appelliert die Reformbewegung daher, „sich nicht mehr kleinlich und diskriminierend vorschreiben zu lassen, wie sie ihr Leben als Glaubende zu gestalten hätten“.

Wörtlich heißt es in einer Stellungnahme der Organisation: „Was von Rom zur Evangelisierung und zur Sicherung pfarrlicher Strukturen gedacht sein mag, wird – so ist zu befürchten – zur weiteren Erosion kirchlichen Lebens führen; und das nicht nur in Deutschland.“ Zudem spekuliert das Reformnetzwerk, dass die „gänzlich unerwartete Instruktion“ mit Absicht in einer Zeit veröffentlicht worden sei, in der in Deutschland und weltweit „nach neuen Wegen für die Zukunft der Kirche“ gesucht werde.

Papst Franziskus billigte das Dokument

Die Instruktion mit dem Titel „Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche“ klärt als eine Art Verwaltungsanweisung die Anwendung kirchenrechtlicher Normen. Papst Franziskus billigte das Dokument. Ausdrücklich stärkt der Text Pfarrer, wenn es um die Frage von Herabstufungen oder Entpflichtungen im Zusammenhang mit Pfarreizusammenschlüssen geht. Die Wahrung ihrer Zukunftsperspektiven dürfe „nicht mit der Berufung auf unumgängliche Reformnotwendigkeiten oder gar mit dem Verweis auf den priesterlichen Gehorsam abgetan werden“, heißt es in einem Begleitschreiben der Kleruskongregation. Bestrebungen, das Amt des Pfarrers einem Team aus Priestern und Laien anzuvertrauen, widerspricht die Instruktion deutlich.

DT/mlu/KNA

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