Vatikanstadt

Kommentar um "5 vor 12": Rom stärkt die Pfarrer

Willkürlichen Reformen der Pfarreien und der Seelsorge in der Pfarrei wird endlich von Rom ein Riegel vorgeschoben. Diese Instruktion war überfällig.
Priesterweihe
Foto: Rolf Haid (dpa) | Rom stärkt die Pfarrer und die Seelsorge. Im Bild: Priesterweihe.

Das ist ein lange überfälliges Dokument. Es ist kaum zu bezweifeln, dass die Adressaten auch in deutschen Ordinariatsstuben sitzen. Wer sich mit pastoralen Reformen in deutschen Diözesen befasst, der erlebt beim Lesen der Instruktion "Pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche" ein Déjà-vu nach dem anderen.

Die Pfarrei ist zu den Menschen gesandt

Alle Aspekte der Pfarrei kommen darin zur Sprache und es wirkt erfrischend, wenn einerseits die Pfarrer gestärkt werden, zugleich einer Klerikalisierung der Pastoral eine Absage erteilt wird. Der Schlüssel zu letzterem liegt in dem schönen Wort „Mission“, das heißt Sendung. Die Aufgabe der Pfarrei ist es nicht, selbstreferentiell um sich und ihre 27. Reform in zwanzig Jahren zu kreisen. Die Pfarrei ist zu den Menschen gesandt. Damit sind bei aller notwendigen und sakramentalen Sorge für die Gläubigen nicht zuletzt auch diejenigen gemeint, denen das Evangelium noch nicht verkündigt wurde.

Reformen am grünen Tisch

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Da ist es kein Widerspruch, dass die Instruktion die Rolle der Pfarrer stärkt. Sie werden vor willkürlich am grünen Tisch ersonnenen Reformen geschützt. Zusammenlegungen nach Plan erteilt das Dokument eine klare Absage. Jede Zusammenlegung ist einzeln begründungspflichtig und es geht immer um das Seelenheil der Menschen vor Ort. Geschützt werden die Pfarrer auch vor willkürlichen Degradierungen und Versetzungen. Dem leidigen Brauch, Pfarradministratoren statt Pfarrer einzusetzen, ist hoffentlich endgültig ein Riegel vorgeschoben. Schon Johannes Paul II. hatte die kanonische Installierung von Pfarrern angemahnt. Eine Pfarrei soll einen Pfarrer bekommen. Kein Administrator, kein Leitungsteam, keine Equipe oder was sich sonst Pastoralexperten ausdenken, erfüllt diese Anforderung. Das Amt und die Seelsorge in der Kirche sind sakramental.

Einige Dinge zurecht gerückt

Dabei ist Rom nicht so lebensfern, nicht anzuerkennen, dass in Nordwesteuropa lange nicht mehr jede Pfarrei einen eigenen Pfarrer haben kann. Seelsorge im Team und Seelsorge und Mitwirkung von Laien ist ausdrücklich möglich. Doch es ist klar, dass es im Einklang mit dem universalen Kirchenrecht zu geschehen hat. Die Instruktion löst nicht alle Probleme der Pastoral in Deutschland und beendet nicht die pastoralen Reformen der Diözesen. Es rückt nur endlich ein paar Dinge zurecht, die schon lange aus dem Gleis gelaufen sind. 

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