Polen

Vorsitzender der polnischen Bischofskonferenz richtet dringenden Appell an Patriarch Kyrill I.

Friedensappell an den russisch-orthodoxen Patriarchen. Erzbischof Gadecki fordert russische Soldaten auf, an dem ungerechten Krieg nicht teilzunehmen.
Erzbischof Gadecki, Vorsitzender der polnischen Bischöfe
Foto: Andrzej Grygiel (PAP) | Erzbischof Stanislaw Gadecki schreibt einen Brief mit einem Friedensappell an Patriarch Kyrill I.

Einen Friedensappell richtete der polnische Erzbischof Stanislaw Gadecki in einem Brief an den russischen Patriarchen Kyrill I. Er teile, so Gadecki, die Meinung des Patriarchen, dass Feindseligkeit gegenüber irgendeinem Volk immer unzulässig sei. Er bete aus vollem Herzen für den Frieden, fuhr der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz fort. Gleichzeitig betonte er, dass auch Taten wichtig seien.

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Unschuldige leiden

In der Überzeugung, dass auch der Patriarch ein Mensch des Friedens sei, richtete der Metropolit von Posen seine Bitte an Kyrill I. Unter Verweis auf die Worte Christi, glücklich seien, die Frieden stiften, möge der Patriarch an Wladimir Putin zu appellieren, den "sinnlosen Kampf mit dem ukrainischen Volk zu beenden, bei dem unschuldige Menschen sterben und das Leid nicht nur Soldaten, sondern auch Zivilisten betrifft, allen voran Frauen und Kinder”.

Weiter fährt der Posener Metropolit eindringlich fort, dass es in der Hand eines einzigen Menschen liege, den Krieg zu beenden. Abgesehen von dem Appell an die politische Spitze bittet der Erzbischof seinen russischen Amtskollegen, auch an die russischen Soldaten zu appellieren, an dem ungerechten Krieg nicht teilzunehmen und die Befolgung von Befehlen, die bereits jetzt schon zahlreiche Kriegsverbrechen zur Folge haben, zu verweigern. Vor dem Hintergrund, dass viele der russischen Soldaten gute Menschen seien, wovon der Erzbischof überzeugt sei, bat er Kyrill I., an diese zu appellieren, dass sie nach Hause kämen, ohne sich mit unschuldigem Blut zu besudeln.

Abrechnung wird kommen

Erzbischof Gadecki erinnert daran, dass die Zeit der Abrechnung vor internationalen Tribunalen noch kommen werde. Selbst wenn es jemandem gelingen sollte, die menschliche Gerechtigkeit zu umgehen, so werde es ein Gericht geben, dem man sich nicht entziehen könne. Der Erzbischof schließt seinen Brief mit dem Verweis darauf, welche Mittel der Kirche in erster Linie zur Verfügung stünden, nämlich geistige Waffen. Die Menschen in Polen beten und fasten für den Frieden in der Ukraine und auch die Gläubigen in Russland sollen entsprechend handeln. Zum Abschluss schreibt der Erzbischof wörtlich: „Ich glaube daran, dass Gott unsere Gebete und Enthaltungen nicht egal sein werden. Ich glaube daran, dass Fasten und Beten das Herz der Menschen verwandeln.“ DT/agnwi

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