Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Höxter

Koptisch-Orthodoxer Bischof: „Von Putin bin ich aufs schwerste enttäuscht!“ 

In einer Stellungnahme verurteilt Bischof Anba Damian als Vertreter der Koptisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland den Krieg in der Ukraine und distanziert sich von Präsident Putin.
Anba Damian
Foto: Jochen Lübke (dpa) | Der Bischof der koptischen Christen in Deutschland, Anba Damian, steht am Mittwoch (05.01.2011) während eines Besuchs in der Staatskanzlei in Hannover mit einem koptischen Kreuz vor einer Deutschlandfahne.

Bischof Anba Damian hat sich als Vertreter der Koptisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland für ein sofortiges und bedingungsloses Ende des Krieges in der Ukraine ausgesprochen, für den es keine Rechtfertigung gebe. In seiner Stellungnahme bezeichnete er den Krieg als „Albtraum und Wahnsinn“. Stattdessen müsse eine friedliche Vereinbarung, so der Bischof, im 21. Jahrhundert möglich sein. Es gebe keinen Grund, „den Weltfrieden auf solch radikale Weise, wie wir sie jetzt erleben, zu zerstören“.

Lesen Sie auch:

In seiner Seele verletzt 

Von Präsident Wladimir Putin, in dem der Bischof bisher „die gelebte Orthodoxie“ gesehen habe, und den er als „Verteidiger und Beschützer der Orthodoxie“ bewundert habe, sei er „aufs schwerste enttäuscht“ und fühle sich „in seiner Seele schwer verletzt". In seiner Stellungnahme bedauerte der koptische Bischof, Putin noch vor Beginn des Kriegsausbruchs auch „bei hochrangigen deutschen Politikern“ verteidigt zu haben.

Der Stellungnahme fügte der Bischof ein Friedensgebet aus der koptischen Liturgie bei und äußerte in dieser Situation seine Hoffnung auf Gott als den „König des Friedens“.  DT/sdu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Bischof Russlands Krieg gegen die Ukraine Wladimir Wladimirowitsch Putin

Weitere Artikel

Einen militärischen Konflikt zu beginnen, ist einfacher, als ihn zu beenden. Der Historiker Rolf Steininger geht der Frage nach, wie früher Waffenruhe geschaffen wurde.
17.08.2026, 15 Uhr
Hans-Ulrich Danner
Der Krieg gegen die Ukraine ist für den Kreml mehr als ein Mittel der Außenpolitik. Er legitimiert seine Herrschaft, stiftet Sinn und macht den Frieden zur Gefahr für das Regime.
15.08.2026, 09 Uhr
Alexander Dubowy

Kirche

Ein katholischer Kläger zieht wegen des Taufbucheintrags vor Gericht – Prälat Markus Graulich SDB erläutert die Grenzen des juristischen Spielraums.
11.09.2026, 19 Uhr
Regina Einig
Die Politik eskaliert. Die Kirche muss sich entscheiden, ob sie zu ihren klassische Waffen greift.
11.09.2026, 13 Uhr
Regina Einig
Bei Jesus Christus sein und mit dem Herz eines Hirten lernen, „sein“ Volk zu lieben: Was sich Papst Leo von den neuen Bischöfen der Kirche wünscht.
10.09.2026, 16 Uhr
Guido Horst
Zwei Tage, derer zu gedenken sich lohnt: Jeweils am 11. September der Jahre 1697 und 1989 ereigneten sich in Europa zwei Ereignisse von historischer Tragweite.
11.09.2026, 09 Uhr
Baron Vinzenz von Stimpfl-Abele