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Eine kleine Fasten-Anleitung

Was ist Fasten? In erster Linie ein Weg der Liebe und eine Einladung zur Umkehr. Es lohnt sich, sie anzunehmen.
Eine Scheibe Brot und ein Glas Wasser
Foto: imago stock&people | Beim Fasten geht es nicht darum, wer am radikalsten verzichtet. Es geht darum, Gott mehr Platz zu schaffen.

Fasten, schön und gut. Aber wie geht das eigentlich? Gemäß den „Weisungen der Deutschen Bischofskonferenz zur kirchlichen Bußpraxis“ (hier zitiert nach der Version von 1978) dürfen Katholiken heute nur eine volle Mahlzeit zu sich nehmen und dazu zwei kleine Stärkungen. Snacken ist verboten, genauso Fleisch. Denn heute ist Aschermittwoch, einer der beiden verpflichtenden Fastentage, die die katholische Kirche vorschreibt. Für den anderen, Karfreitag, gelten die gleichen Regeln. Er fällt in diesem Jahr auf den 3. April. Willentlich und grundlos an diesen Tagen nicht zu fasten, ist demnach eine Sünde. Davon ausgenommen sind Kranke, Schwangere, Kleinkinder und Schwerarbeitende.

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Die Kirche empfiehlt außerdem stark, heute am Gottesdienst teilzunehmen. Dort zeichnet der Priester den Gläubigen das Aschekreuz auf die Stirn. Er spricht dabei: „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“ oder „Kehrt um und glaubt an das Evangelium.“ Die Asche erinnert daran, dass der Mensch sterblich ist und Essen, Alltag, Besitz und Erfolg nicht das Letzte sind. Sie stammt traditionell aus den Palmzweigen des Palmsonntags vom Vorjahr. Das drückt symbolisch aus: Jubel und Vergänglichkeit gehören zusammen.

Wichtig: Mehr Nächstenliebe!

Heute beginnt die Fastenzeit, denn in 47 Tagen ist Ostern. Gefastet wird unter Katholiken bis dahin an 40 Tagen, sonntags (und an den Hochfesten des heiligen Josef sowie an Mariä Verkündigung) nicht. Fasten – nach der Lehre von Papst Johannes Paul II. ist es ein Training gegen den Egoismus und eine Schule der Selbstbeherrschung. Der Verzicht hilft, das Leiden Jesu ernst zu nehmen und Dankbarkeit für die Erlösung zu entwickeln. Man bereitet sich also innerlich auf Ostern vor, um die Auferstehung Jesu nicht nur zu feiern, sondern auch geistlich zu verstehen.

Worauf soll man während der Fastenzeit verzichten? Auf alles, was von Gott, dem Nächsten und einem Leben in der Nächstenliebe ablenkt. Klassischerweise sind das Alkohol, Nikotin und Süßigkeiten, Social-Media-Konsum oder Streaming und überflüssige Einkäufe. Stattdessen kann man beten (zum Beispiel freitags den Kreuzweg), in der Bibel lesen, Geld spenden, bewusst helfen und sich Zeit für Einsame, Freunde und die Familie nehmen. Fasten ist ein Weg, mehr lieben zu können. Mutter Teresa soll gesagt haben: Es nützt nichts, weniger zu essen, wenn wir nicht zugleich mehr lieben. Das wichtigste Fasten geschieht im Herzen.

Empfehlenswert ist, sich persönliche, realistische Fastenziele zu setzen und ihnen treu zu bleiben. Hilfreich sind gemeinschaftliche Fastenangebote, in diesem Jahr zum Beispiel die Fasteninitiative „Die Umkehr“ der Gebetsapp Hallow mit Impulsen und Gebeten zum Anhören. (DT/elih)


FAQ

Welche Regeln gelten am Aschermittwoch für Katholiken?
Erlaubt sind eine volle Mahlzeit und zwei kleine Stärkungen, Fleisch und Zwischenmahlzeiten sind untersagt.

Warum ist Fasten wichtig?
Es gilt als geistliche Übung gegen Egoismus und als Vorbereitung auf die Feier der Auferstehung Christi an Ostern.

Was gehört außer dem Verzicht noch zur Fastenzeit?
Gebet, Nächstenliebe, Umkehr und konkrete Werke der Barmherzigkeit sind wesentliche Bestandteile der österlichen Bußzeit.

Themen & Autoren
Redaktion Deutsche Bischofskonferenz Fastenzeit Hochfeste Jesus Christus Johannes Paul II. Katholikinnen und Katholiken Päpste

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