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Turkson sieht in Greta „große Zeugin“ kirchlicher Lehre

Kurienkardinal: Die Zeit der Trennung zwischen Glaube und Ökologie ist vorbei.
Greta Thunberg
Foto: dpa | Tukson sieht in ihr „eine große Zeugin der kirchlichen Lehre über die Sorge für die Umwelt und des Menschen“: Die schwedische Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg, hier auf der UN-Klimakonferenz in Madrid.
Kardinal Peter E. Turkson hat das Engagement der schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg gewürdigt und sie als Zeugin kirchlicher Lehre bezeichnet. „Wenn ich dieses Mädchen ansehe, ist sie, würde ich sagen, eine große Zeugin der kirchlichen Lehre über die Sorge für die Umwelt und des Menschen“, sagte Turkson am Donnerstag im Vatikan vor Medienvertretern. Der aus Ghana stammenden Kardinal ist Präfekt des vatikanischen Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen.

Nach Angaben von „Vatican News“ äußerte sich Turkson am Rande einer Pressekonferenz, in der er die Botschaft von Papst Franziskus zum Weltfriedenstag 2020 vorstellte. Auf die Frage einer US-Journalistin zu Greta Thunberg antwortete Turkson: Die junge Frau mahne im Sinn der ganzheitlichen Ökologie, wie das kirchliche Lehramt sie entwickelt habe, zu Kohärenz. 

Sorge für die Umwelt und Sorge für die Menschen 

„Was ist ihr Objekt?“, fragte der Kardinal und antwortete aus der Perspektive der jugendlichen Öko-Aktivistin: „Ich gehe zur Schule für meine Zukunft – eine Zukunft, die aber nicht garantiert ist, weil es keine Aufmerksamkeit gibt für die Sorge für die Umwelt. In der Gesellschaft ist keine Kohärenz zwischen der Umweltpolitik und der Bildungspolitik für Kinder. Darauf richtet ihr Protest, ihr Zeugnis den Blick: dass es Kohärenz braucht in unserer Sorge für die Umwelt und unserer Sorge für die Menschen, die auf der Welt leben.“

Laut „Vatican News“ fügte Turkson hinzu, aus seiner Sicht sei es Zeit, die Trennung zwischen Glauben und Aufmerksamkeit für die Umwelt zu überwinden. Bereits im Alten Testament sei die Treue zum Bund mit Gott zusammengefallen mit der Sorge für die Schwächsten in der Gesellschaft und für die Schöpfung.

Johannes Paul II. und Benedikt XVI.: Ganzheitliche Ökologie der Päpste

 „Es gibt niemanden, der den Herrn anbetet und zugleich die Sorge für die Umwelt und den anderen vernachlässigt“, so der Kurienkardinal. Unter den Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI. sei die „natürlichen Ökologie“ zur „Humanökologie“ und dann zur „Ökologie des Friedens“ fortentwickelt worden. „Das alles zusammen ist ganzheitliche Ökologie“, betonte Turkson. „Wenn man an die Sorge für die Umwelt denkt, dann denkt man heute sofort auch an die Gesellschaft, die menschliche Person.“

DT/mre

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