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Homosexuellen-Segnungen: Falsche Erwartungen

Das Wort der Glaubenskongregation zu den Segnungen von Homo-Paaren stellt die Strategie der vermeintlichen „Reformer“ in Deutschland in Frage. Ein Kommentar.
Homosexuelle Paare
Foto: Ina Fassbender (dpa) | In einem Schreiben hat die römische Glaubenskongregation bekräftigt, dass die Kirche nicht die Vollmacht habe, homosexuelle Paare zu segnen.

Das überraschend deutliche Votum der Glaubenskongregation zu den Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare macht schlaglichtartig den unguten Geist deutlich, mit dem in Deutschland die Kräfte segeln, die sich selber als Reformbischöfe oder Reformgruppen verstehen und mit dem vollen Rückenwind durch die kirchensteuerfinanzierten Organe der katholischen Medienwelt segeln: Zuerst werden Erwartungen bedient, die die Kirche gar nicht erfüllen kann. Man denkt laut über Praktiken nach, die der Lehre und der Praxis des katholischen Glaubenssinns widersprechen.

In diesem Fall, den Rom jetzt mit der ausdrücklichen Zustimmung von Papst Franziskus abschließend geklärt hat, ging es um die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare, die in den Dekanaten einzelner Städte, in gewissen Diözesen und einigen kirchlichen Hochschulen beworben werden. Auch in anderen Fragen geht man so vor: Laienpredigt, Frauenweihe, weitere Aspekte der Sexualmoral und die Infragestellung der hierarchischen Leitung der Kirche sind Tummelplätze vermeintlichen Reformeifers. 

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Dann wird es jemandem zu bunt und er legt dem Vatikan die Propagierung einer der kirchlichen Lehre widersprechende Praxis als Anfrage vor, in diesem konkreten Fall als „dubia“, als Zweifel an dem, was da einige Interessengruppen erreichen wollen. Rom antwortet, wie das Lehramt der Kirche halt antworten muss – und steht im Regen. Weil alle, die sich für Neuerungen stark gemacht haben, immer wieder streuten, mit Franziskus sei eine „neue Epoche“ in der Kirche angebrochen und der jetzige Papst stehe für eine Zeit, in der „wir uns von der Vergangenheit auch lösen“ und „einen neuen Weg finden“ (Kardinal Reinhard Marx). Aber auch Franziskus kann nichts daran ändern, dass die Kirche homosexuellen Menschen zwar mit Respekt und Offenheit begegnet, aber nicht nur die Sakramente, sondern auch die Sakramentalien hüten muss wie einen Schatz. Auch wenn es jetzt heißen wird, der reformfreudige Papst sei von der Hardlinern gebremst worden.

Am Ende die große Frustration

Das alles lässt deutlich werden, an welcher Krankheit der Synodale Weg leitet: Falsche Erwartungen werden immer mehr auch von Bischöfen geweckt, die die Kirche zwar anschlussfähiger und zeitgeistkonformer machen wollen nach dem Motto: „Die Kirche und ihre großen Theologen waren immer auch zeitgeistig“ (Bischof Peter Kohlgraf). Die aber dabei übersehen, dass es eine Weltkirche gibt, die es nicht verträgt, dass einzelne Ortskirche nationale Sonderwege gehen. So macht der jüngste Fall des Eingreifens der Glaubenskongregation die große Gefahr deutlich, die dem Synodalen Weg dort drohen, wo er den Boden der kirchlichen Lehre und des katholischen Glaubenssinns verlässt: Dass er in einer gewaltigen Frustration enden wird, die dann noch mehr Menschen aus der Kirche treibt.

Lesen Sie mehr zum Schreiben der römischen Glaubenskongregation in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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