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Katholischer Dogmatiker schließt Segnung homosexueller Paare aus

Professor Karl-Heinz Menke meint in theologischem Gutachten: Segnung würde Kirche in Selbstwiderspruch führen.
Kirche und homosexuelle Paare
Foto: Ina Fassbender (dpa) | Ende Dezember hatte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing, Überlegungen in Richtung einer Segnung unter anderem homosexueller Paare angestellt.

Der katholische Dogmatiker Karl-Heinz Menke hat die kirchliche Segnung homosexueller Paare ausgeschlossen. In einem in der kommenden Ausgabe der „Tagespost“ veröffentlichten Gutachten für das Ordinariat des Bistums Limburg führt Menke aus, dass es bei der Verweigerung von kirchlichen Segensfeiern für in irregulären Verbindungen lebende Paare in keiner Weise um ein Urteil über deren ethische Intentionen oder deren Zugehörigkeit zur Kirche gehe. „Wie der Einzelne vor Gott beziehungsweise Christus dasteht, entzieht sich unserer Kenntnis und unserem Urteil. Aber: Wo immer die Kirche öffentlich handelt, muss dieses Handeln ihrem Selbstverständnis entsprechen. Die Kirche darf und kann auch im Einzelfall nicht das Gegenteil von dem tun, was sie dogmatisch und kirchenrechtlich für verbindlich erklärt hat“.

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Kirche ist kein Service-Unternehmen

Die Kirche sei kein Service-Unternehmen, das sich nach irgendwelchen Bedürfnissen ausrichte. „Die Kirche muss dem Zeitgeist gerade da widerstehen, wo gesellschaftliche Plausibilitäten einfordern, was angeblich barmherzig, in Wahrheit aber selbstwidersprüchlich ist“, so der emeritierte Bonner Dogmatiker.  

Ende Dezember hatte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger BischofGeorg Bätzing, Überlegungen in Richtung einer Segnung unter anderem homosexueller Paare angestellt. Im Gespräch mit der „Herder Korrespondenz“ sagte Bätzing auf die Frage, ob die Segnung homosexueller Paare ohne römische Zustimmung gefällt werden könne: „In meinem Bistum habe ich einen Prozess in Auftrag gegeben, diese Frage zu erörtern. Für mich ist die Frage weiter gefasst: Wie gehen wir generell mit Paaren um, die nicht kirchlich heiraten können, aber den Segen Gottes erbitten?“ Das sei eine kirchliche Wirklichkeit, für die Lösungen gebraucht würden, die nicht nur im Privaten griffen, „sondern auch eine öffentliche Sichtbarkeit haben – aber auch deutlich machen, dass keine Ehe gestiftet wird“.  DT/om

Korrektur: In einer früheren Fassung hatte es geheißen, das Gutachten sei für die Deutsche Bischofskonferenz verfasst worden. Dies ist falsch - es wurde im Auftrag des Ordinariats des Bistums Limburg verfasst. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Warum die katholische Kirche keine homosexuellen Gemeinschaften segnen kann, lesen Sie in der kommenden Ausgabe der „Tagespost“.

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