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Heiligabend: Bayerische Bischöfe üben scharfe Kritik an Ausgangssperre

Die Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr soll in Bayern auch an Heiligabend gelten. Die bayerischen Bischöfe üben in einer gemeinsamen Stellungnahme Kritik und fordern eine Ausnahme von der Staatsregierung.
Jesuskind in der Krippe
Foto: Imago Images | Die bayerischen Bischöfe kritisieren Ausgangssperre an Heiligabend.

Die bayerischen katholischen Bischöfe äußern sich kritisch zu der Ankündigung des Freistaats Bayern, die im Rahmen der Coronamaßnahmen verhängte Ausgangssperre nach 21 Uhr auch an Heiligabend aufrechtzuerhalten. In einer gemeinsamen Pressemitteilung der sechs Bischöfe heißt es, man sei sich einig, dass am Heiligen Abend so viele Gottesdienste wie möglich gefeiert werden sollten. Sie hätten aus dem Grund dringend darum gebeten, dass diese "schmerzhafte Entscheidung" der Ausgangssperre an Heiligabend eine einzige Ausnahme erfahren könne.

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Konzepte stehen bereits

In Anbetracht der Entwicklungen, so die Bischöfe, hätten in allen Diözesen die Pfarrer Konzepte entwickelt, die es im Rahmen des beschränkten Platzangebotes vielen Gläubigen ermöglichten, eine weihnachtliche Liturgie an Heiligabend mitzufeiern. „Da die Vorbereitungen der Haupt- und Ehrenamtlichen weitgehend abgeschlossen, strenge Hygienekonzepte entwickelt, persönliche Platzkarten (ggf. auch fälschungssicher) ausgegeben sind“, so die Erklärung wörtlich, „und das Gottesdienstangebot über den ganzen Nachmittag und Abend erheblich erweitert und somit entzerrt ist, trifft die Ausgangssperre ab 21.00 Uhr alle Beteiligten hart.“

Verabschiedet wurde die Erklärung vom Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, dem Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick, dem Augsburger Bischof Bertram Meier, dem Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke OSB, dem Passauer Bischof Stefan Oster SDB, dem Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer sowie dem Würzburger Bischof Franz Jung.

Bischof Meier: Virus kennt keine Uhrzeit

Der Augsburger Bischof Meier kritisierte darüber hinaus den geringen zeitlichen Vorlauf zur Umsetzung der Entscheidung der Staatsregierung: "Wir wurden von der neuen Entwicklung förmlich überrumpelt." Eine "stabile Brücke zwischen Staat und Kirche", die durch Krisen trage, stelle er sich anders vor, so Meier. Das Virus kenne keine Uhrzeit. Dennoch bat Meier die Seelsorger und Gläubigen, sich an die Vorgaben zu halten.

Die zeitliche Ausweitung der Gottesdienste über den ganzen Abend würde das Infektionsrisiko nach Auffassung der Bischöfe mindern, im Gegensatz zu einer Verdichtung in der Zeit vor 19.30 Uhr. Der Besuch der Christmette trage zudem mit der religiösen Stärkung erheblich zur seelischen Gesundheit und Stabilisierung der Menschen in dieser Krisenzeit bei. DT/pwi

 

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