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Ein Segen, den die Kirche gar nicht spenden kann

Mit Blick auf die Segnungsfeiern für Liebende in Deutschland warnt Kardinal Camillo Ruini vor einem Schisma.
Kardinal Camillo Ruini
Foto: Claudio Peri (ANSA) | Gott selbst segne den Menschen, damit er sich von ihm verändern lasse, aber Gott könne nicht die Sünde segnen, so Kardinal Ruini.

Mit Blick auf die für den 10. Mai in Deutschland geplanten Segnungen von homosexuellen Paaren hat der italienische Kardinal Camillo Ruini eine deutliche Warnung ausgesprochen. „Niemand in der Kirche hat das Recht, solche Segnungen vorzunehmen“, sagte er jetzt der italienischen Tageszeitung „Il Foglio“.

Ruini, der Kardinalvikar des Papstes für die Diözese Rom und von 1991 bis 2007 Präsident der Italienischen Bischofskonferenz war, gab in dem Interview zu bedenken, dass homosexuelle Personen selbstverständlich gesegnet werden können, „aber damit sie sich bekehren, und nicht damit sie in der Sünde verharren“. Gott selbst segne den Menschen, damit er sich von ihm verändern lasse, aber Gott könne nicht die Sünde segnen. Bei solchen Segnungen, bekräftigte der 90-Jährige, wie sie jetzt in Deutschland geplant seien, „handelt es sich nicht nur um eine Sache, die die Kirche beschlossen hat, nicht zu tun, sondern um eine Sache, die die Kirche nicht machen kann“.

In einigen kirchlichen Kreisen verbreitet

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Auf die Frage, warum sich denn, wenn das so sei, die Glaubenskongregation dennoch dazu habe äußern müssen, meinte Ruini weiter, dass der Grund in der Note der Kongregation selber stehe: „Diese Segnungen verbreiten sich in einigen kirchlichen Kreisen“. Der Kardinal hob hervor, dass die Kirche gegen jede „Diskriminierung von homosexuellen Personen“ sei und wolle, „dass diese mit Respekt und Feingefühl in den christlichen Gemeinschaften angenommen werden“. Aber nach „der beständigen Lehre der Heiligen Schrift, des Alten und des Neuen Testaments, und der kirchlichen Tradition sind homosexuelle Akte in sich ungeordnet, weil sie das Leben nicht weitergeben können und nicht auf einer wirklichen affektiven und sexuellen Ergänzung gründen“. 

Hoffnung, dass es nicht zum Schisma kommt

Er hoffe von Herzen, so Ruini weiter, „dass es nicht zu einem Schisma kommt“. Dafür bete er. Papst Franziskus habe am 29. Juni 2019 dem Volk Gottes in Deutschland einen Brief geschrieben, „in dem er darum bittet, den ,sensus ecclesiae’ und die Einheit mit der universalen Kirche zu bewahren. Diese Worte des Papstes“, unterstreicht der Kardinal, „bieten ein wertvolles Kriterium und eine wertvolle Orientierung. Ich leugne nicht, dass die Gefahr eines Schismas besteht, aber ich vertraue darauf, dass es sich mit der Hilfe Gottes vermeiden lässt“.  DT/gho

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