Kommentar um "5 vor 12"

Frustration mit Ansage

Rom läutet die finale Etappe ein: Bei vielen wird der Synodale Weg mit einer gewaltigen Enttäuschung enden. Verantwortlich sind die Bischöfe.
Augsburger Bischof Meier beim Papst
Foto: IMAGO/VATICAN MEDIA / ipa-agency.net (www.imago-images.de) | Jetzt ist es klar: Mit Franziskus und dem Vatikan sind eine Protestantisierung der Kirche deutscher Zunge nicht zu haben.

Wie vorherzusehen war, beginnt beim Synodalen Weg nun die finale Etappe: die einer gewaltigen Frustration. Von vornherein war klar, dass Rom Wegmarken setzen wird, um es in Deutschland nicht zu einer Reformation 2.0 kommen zu lassen. Lange hat es gedauert, bis der Papst nach den verheerenden Beschlüssen der Synodalversammlung im Februar, die auch von einer deutlichen Mehrheit der Bischöfe mitgetragen wurden, ein Machtwörtchen gesprochen hat.

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Aber jetzt ist es klar und auch die schweigende Mehrheit der Mitte des deutschen Episkopats wird ihr Fähnchen nach dem Wind richten: Mit Franziskus und dem Vatikan sind eine Protestantisierung der Kirche deutscher Zunge nicht zu haben. Reformen müssen sein. Aber das hat, wenn es um das Eingemachte des Katholischen geht, in Einheit mit dem Papst und der universalen Kirche zu geschehen. Wer da in Deutschland gedacht hat, vorpreschen zu können, ist verantwortlich für die Enttäuschungen, die sich jetzt Luft machen werden.

Anpassung, Anpassung, Anpassung

Die rechthaberische und uneinsichtige Erklärung der beiden Präsidenten des Synodalen Wegs offenbart indirekt des Pudels Kern. Eben erst hat die Präsidentin des ZdK, Irme Stetter-Karp, einen nachdrücklichen Appell für die Ermöglichung flächendeckender Abtreibungen lanciert und damit deutlich gemacht, worum es dem deutschen Katholizismus geht: Anpassung, Anpassung, Anpassung, Schleifung des unterscheidend Christlichen, jeder soll nach seiner Façon selig werden, alles Katholische nur noch als Zuckerguss einer ansonsten zeitgeistkonformen Religiosität, deren Wahrheitsanspruch unter die Räder einer postmodernen „Aufklärung“ geraten ist. Man kann sich nur bis in alle Zukunft fragen, warum so viele deutsche Bischöfe diesen Weg ihrem Amtseid widersprechend so lange mitgegangen sind.

Deutsche Bauchnabel-Optik

Die katholische Kirche wäre nicht die geduldige, barmherzige und kluge Mutter, wenn sie nicht auch in dieser Situation einen Ausweg weisen würde: Es ist der synodale Weltprozess. Nicht dass er das Ei des Kolumbus bringen wird. Aber die Herren deutsche Bischöfe können sich wieder daran gewöhnen, was es heißt, weltkirchlich-katholisch zu sein. Adveniat-Hauptgeschäftsführer Martin Maier hat zwar ganz richtig den Eindruck aus Lateinamerika wiedergegeben, man befürchte dort, dass sich die Deutschen mit dem Synodalen Weg von der Weltkirche abspalten wollten. Was er aber verschwiegen hat, ist das Befremden weltweit über die Arroganz mancher Wortführer des deutschen Kirchenumbaus, die meinen, am deutschen Wesen müsse nun die ganze Weltkirche genesen. Da könnte der synodale Prozess hilfreich sein, um die deutsche Bauchnabel-Optik der Synodalen wieder einer katholischen Weite zu öffnen.

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