Synodaler Weg

Synodenpräsidium beschwichtigt den Papst

Die Erklärung des Heiligen Stuhls vom Donnerstag entspräche der Satzung des Synodalen Weges. Kritik übt das Präsidium an der päpstlichen Kommunikation.
Irme Stetter-Karp und Bischof Georg Bätzing bei der dritten Synodalversammlung der deutschen Katholiken
Foto: Sebastian Gollnow (dpa) | ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp und DBK-Vorsitzender Georg Bätzing wollen die Wogen glätten: Alle Beschlüsse des Synodalen Weges, die die Weltkirche betreffen,, würden „dem Apostolischen Stuhl als Votum des ...

Gesten Abend noch hat das Präsidium des Synodalen Weges auf seiner Internetseite ein Statement als Antwort auf die Mahnung des Papstes in Bezug auf den Synodalen Weg veröffentlicht. Darin danken Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), und Bischof Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz dem Papst, dass „der Heilige Stuhl noch einmal hervorhebt, wozu wir uns bereits vor dem Beginn des Synodalen Weges 2019 in der Satzung und Geschäftsordnung verpflichtet haben“, nämlich, dass "Beschlüsse der Synodalversammlung entfalten von sich aus keine Rechtswirkung“ entfalten, „die Vollmacht der Bischofskonferenz und der einzelnen Diözesanbischöfe… durch die Beschlüsse unberührt“ bleibe und Beschlüsse, die die Weltkirche betreffen, „dem Apostolischen Stuhl als Votum des Synodalen Weges übermittelt“ werden.

Kein Sonderweg

Das Präsidium betont, die Deutschen würden keinen Sonderweg einschlagen, sähe es aber als Pflicht an, „klar zu benennen, wo aus unserer Sicht Änderungen notwendig sind“.  Auch wolle man an die Notwendigkeit der geplanten Reformen erinnern: Der Synodale Weg sei die Konsequenz aus der Studie "Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz" (MHG-Studie).

Lesen Sie auch:

In den weltweiten Prozess wollten sich die Synodalen „selbstverständlich wie geplant“ und „mit Erfahrungen und Ergebnissen des Synodalen Weges“ einbringen und diesen „aktiv mitgestalten“ — in der Überzeugung, „dass dies zu einer ‚gegenseitigen Bereicherung‘ (Erklärung des Heiligen Stuhls) führt“.

„Kein guter Stil“

Eine Kommunikation mit dem Heiligen Stuhl begrüßt das Präsidium ausdrücklich. Das entspräche auch der Satzung der Synodalversammlung. Zudem sei der Apostolische Nuntius „zur dauerhaften beobachtenden Teilnahme am Synodalen Weg eingeladen“.

Dagegen bedaure man, dass „das Synodalpräsidium bis heute nicht zu einem Gespräch eingeladen worden“ ist. Und dass der Papst die Erklärung nicht namentlich gezeichnet habe, zeuge „von keinem guten Stil der Kommunikation innerhalb der Kirche“, heißt es in dem Statement.  DT/dsc

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Bischöfe Georg Bätzing Päpste Päpstlicher Botschafter Zentralkomitee der deutschen Katholiken

Weitere Artikel

Das Ergebnis des ersten Sitzungstages ist auch für lehramtstreue Katholiken kein echter Sieg. Auf dem Synodalen Weg verlieren alle. Ein Kommentar.
08.09.2022, 20 Uhr
Franziska Harter

Kirche

Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke äußert sich zum „Ad-limina-Besuch“ der deutschen Bischöfe, zur Gefahr eines Schismas und zum neuen kirchlichen Arbeitsrecht.
26.11.2022, 14 Uhr
Dorothea Schmidt
Der Vatikan hat die Kritik der Kardinäle Ladaria und Ouellet am Synodalen Weg veröffentlicht. Diese Transparenz schafft Orientierung, wo bisher nur ungläubiges Staunen über die Bischöfe war.
25.11.2022, 11 Uhr
Guido Horst
Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt in zwei Fällen gegen den Kölner Kardinal wegen des Verdachts der falschen eidesstattlichen Versicherung. Ökumenisches Gebet abgesagt. 
25.11.2022, 11 Uhr
Meldung
Im Wortlaut die Stellungnahme von Kardinal Marc Ouellet zum Synodalen Weg beim interdikasteriellen Treffen mit den deutschen Bischöfen.
24.11.2022, 17 Uhr
Kardinal Marc Ouellet