Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Montag der Mehr-Konferenz

„Wir sind nicht unsere eigene Versorgungsquelle“

Vorträge von Tini Brüning und John Eldredge: Mutmacher für eine engere Gottesbeziehung. Tag drei der ökumenischen Konferenz.
Jana Ringwald und Johannes Hartl
Foto: Julian Pesch/Mehr 2026 | Jana Ringwald ist renommierte Cyber-Staatsanwältin und teilte vor gebanntem Publikum ihre Arbeitserfahrungen.

Der vorletzte Tag des größten ökumenischen Glaubensfestivals im deutschsprachigen Raum, der Mehr-Konferenz, hat mit Gebet, Vorträgen, Musik und Gemeinschaft Teilnehmer im Glauben gestärkt. Die Besucherzahl blieb nach Aussage der Presseabteilung der Mehr wie an den Vortagen bei über 11.000.

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Auf den morgendlichen Lobpreis von Michael Beering im gesteckt vollen Saal folgte ein Vortrag des US-amerikanischen Bestsellerautors John Eldredge. Der evangelikale Christ aus Colorado betreibt die Initiative „Wild at Heart“, um Menschen dabei zu unterstützen, das Herz Gottes zu entdecken und ihren eigenen Lebensweg in Gottes Liebe zu finden. Die diesjährige Mehr-Konferenz ist seine erste Gelegenheit, in Deutschland auf der Bühne vorzutragen. „Die Seele wird heil durch die Verbindung mit Christus“, erklärte Eldredge den Teilnehmern. „Alles Gute kommt aus dem Herzen: Glaube, Liebe, Abenteuer, Intimität, Nähe.“

Das Programm wurde auch heute KI-gestützt per „Mehr-App” in die Sprachen Englisch, Lettisch und Ungarisch übersetzt. Nach den drei Sprachen sei die Nachfrage am größten gewesen, so der Veranstalter auf Anfrage der „Tagespost”.

Gefahrenzone „Babylon-Lifestyle“

Die Cyberstaatsanwältin Jana Ringwald gab einen Vortrag und ein Interview. In ihrem Beruf blickt sie darauf, wie die „uralte Frage der Gerechtigkeit“ auf die „voranschreitende Digitalisierung trifft“, auf den menschlichen Abgrund und die Staatsgewalt. Christin Brüning, Moderatorin bei K-TV und katholische Influencerin, sprach über den „Babylon-Lifestyle“: Dass Christen sich zu ihrer eigenen Quelle und zum Mittelpunkt ihres Universums machen, anstatt Gott diesen Platz zu überlassen. „Doch Babylon wird fallen, das wissen wir aus der Bibel“, sagte Brüning. „Auch ich brauche stetig die Beziehung mit Gott. Und wenn ich nicht ständig, auch im Alltag, an dieser Quelle, an Gott angeschlossen bleibe, dann gibt es die ‚Babylon-Falle‘. Es ist eine riesige Gefahr, dass wir fromm sein wollen und Gott lieben, aber im Letzten doch unsere eigenen Versorgungsquellen suchen.“

Um 16 Uhr feierte der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Tobias Bilz, einen evangelischen Gottesdienst. Zum Abendprogramm gehörten Lobpreis mit Veronika Lohmer und ein Vortrag von Johannes Hartl.

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Auf der Straße vor dem Veranstaltungsort, dem Augsburger Messegelände, warnte am Vormittag die „Christliche Gemeinde Augsburg“ per Mikrofon, mit Schildern und durch persönliches Gespräch die ankommenden Teilnehmer vor der Mehr-Konferenz, insbesondere vor den dort mitwirkenden Katholiken. Diese seien aus ihrer Sicht nicht christlich, da nicht der Bibel treu, und stellten somit eine Gefahr dar. Den Lobpreis bezeichneten sie als „nichts Weiteres als eine Party“. Laut Pressestelle der Mehr würden sie vor jeder Mehr-Konferenz in dieser Form Präsenz zeigen. DT/elih

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