Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Nach der Weltsynode

Vier Bischöfe kritisieren erneut Synodalen Weg

Implizite Absage an den Synodalen Ausschuss: Die (Erz-)Bischöfe der Bistümer Köln, Eichstätt, Regensburg und Passau äußern sich zur Weltsynode.
Oster, Voderholzer, Hanke
Foto: Harald Oppitz (KNA) | Oster, Voderholzer, Hanke (v.r.n.l): Sie wollten zusammen mit dem Kölner Kardinal Woelki nicht am Synodalen Ausschuss teilnehmen.

Die vier (Erz-)Bischöfe aus Eichstätt, Köln, Passau und Regensburg, Gregor Maria Hanke, Rainer Maria Woelki, Stefan Oster und Rudolf Voderholzer, haben sich in einer heute veröffentlichten gemeinsamen Erklärung erneut vom deutschen Synodalen Weg distanziert. In der „Presseerklärung zum Abschluss der Weltsynode“, schreiben die Bischöfe, die Frankfurter Synodalversammlung sei ein „parlamentarisch anmutender Prozess der reinen Mehrheitsbeschaffung und nicht der geistlichen Unterscheidung“ gewesen. Weiter heißt es: „Eine große, in kirchenpolitischen Fragen liberal eingestellte Mehrheit hat im Saal ihre Themen unter massivem, öffentlich ausgeübtem Druck durchbringen wollen.“ Dadurch seien Irritationen und Verletzungen entstanden.

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Im Unterschied zur Weltsynode in Rom hätten die deutschen Synodalen vier Hauptursachen für kirchlichen Missbrauch erklärt, von denen zwei – der Zölibat und die Sexualmoral – im römischen Abschlussdokument nicht aufgelistet seien. Auch gebe es nach der Weltsynode „keinen neuen Sachstand“ zur Teilhabe von Frauen am sakramentalen Weiheamt. Und die Frage nach der kirchlichen Macht, auch als „Klerikalismus“ angeprangert, werde im römischen Schlussdokument mit einem Entwurf eines gemeinsamen, geistlichen Weges der Kirche beantwortet.

Keine explizite, aber dennoch eine Absage

Eine explizite Absage an die Fortsetzung des deutschen Synodalen Weges in Gestalt des von den restlichen Diözesanbischöfen befürworteten „Synodalen Ausschusses“, der schließlich in den permanenten „Synodalen Rat“ münden soll, findet sich in der Erklärung nicht. Allerdings kommen die vier Bischöfe in der Erklärung zu dem Schluss, die Ziele des deutschen Synodalen Weges und des weltkirchlichen Prozesses der Synode gingen „inhaltlich nicht Hand in Hand“. Auf den durch die römische Synode angestoßenen Weg seien die vier Bischöfe jedoch „bereit, sich mit ihren Mitbrüdern im Bischofsamt und mit möglichst vielen anderen Beteiligten aus möglichst allen kirchlichen Gruppierungen neu einzulassen“. Leitend sei dabei die Frage, welche Formen und Strukturen dem gläubigen Volk Gottes in Deutschland dabei hülfen, „ein Volk von Jüngern und Missionaren zu sein, die gemeinsam unterwegs sind“. Zuletzt hatte das Portal „katholisch.de“ bei den Bischöfen nachgefragt, ob denn nun eine Teilnahme am Synodalen Ausschuss geplant sei – schließlich hatten die vier Bischöfe im April mitgeteilt, sie würden zunächst nicht am Synodalen Ausschuss teilnehmen, sondern zuerst die Ergebnisse der Weltsynode abwarten.

Aus Sicht von Oster, Woelki, Hanke und Voderholzer plädiert das Abschlussdokument der Weltsynode für die Vision einer hörenden Kirche, in der möglichst viele Menschen eingeladen sind, mitzuwirken, ebenso wie für das „Entdecken, Fördern und Einbringen von Gaben und Charismen“ und die „spirituelle Praxis des Hörens, des Gebets, der Diskretion und der inneren Freiheit“. Vieles davon sei in Deutschland bereits ermöglicht. Ihre Aufgabe bestehe nun darin, es zu verbessern, zu vertiefen und mehr auf die Mission hin auszurichten. (DT/elih/jra)

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