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Pariser Erzbischof: Katholisch ist kein Schimpfwort!

Nach der Brandkatastrophe von Notre Dame de Paris vermisst Erzbischof Michel Aupetit Anteilnahme. Ausgerechnet Staatspräsident Emmanuel Macron habe den entscheidenden Satz ausgelassen.
Gläubige feiern nach Brand von Notre-Dame Messe
Foto: Marcel Kusch (dpa) | Michel Aupetit, Erzbischof von Paris, kommt zur Chrisammesse während der Karwoche in der zweitgrößten Pariser Kirche Saint-Sulpice. Die Messe findet zwei Tage nach dem Feuer in der Pariser Kathedrale Notre-Dame statt.

Nach dem verheerenden Brand in seiner Bischofskirche vermisst der Pariser Erzbischof Michel Aupetit „ein Wort des Mitgefühls für die katholische Gemeinschaft“. „Es sind schließlich die Katholiken, die Leben in die Kathedrale Notre Dame bringen, sie ist kein Museum!“, sagte er am Mittwoch dem französischen Radiosender „Sud Radio“. Wenn zahlreiche Menschen das Gotteshaus aufsuchten, dann weil es ein Ort des Lebens sei, der von Katholiken belebt werde. Aupetit weiter: „Und das Wort katholisch ist kein Schimpfwort!“

Verletzend für Christen, nicht als Leidtragende benannt zu werden

Vermisst habe der Erzbischof es insbesondere in der Fernsehansprache von Staatspräsident Emmanuel Macron am Dienstagabend. Die katholische Gemeinde sei ohne „extrem verletzt“ und ausgerechnet in der Karwoche gezwungen, sich für das Gebet neu zu organisieren, so Aupetit weiter. Die Christen würden es nun als weitere Verletzung empfinden, nicht als eigentliche Leidtragende benannt zu werden. Es gehe dabei lediglich um „ein kleines Wort des Mitgefühls, wie man es nach meiner Überzeugung den Juden oder Muslimen entgegengebracht hätte“.

„Ohne Zweifel“ gebe es in Frankreich Vorbehalte, vom christlichen Erbe oder der katholischen Kirche zu sprechen, so der Erzbischof. Man könne aber nicht so tun, als sei etwa Notre Dame ein reiner Zweckbau: „Diese Kathedrale wurde im Namen Christi erbaut.“ Aupetit erinnerte auch an vermehrte Angriffe auf katholische Gotteshäuser in Frankreich in den zurückliegenden Wochen: „Man sollte das nicht zu einem Hass auf Christen generalisieren, aber es gibt einen Mangel an Respekt gegenüber heiligen Dingen.“

Lobend äußerte sich Aupetit über die persönliche Anwesenheit Macrons

Lobend äußerte sich der Erzbischof über die persönliche Anwesenheit des Staatspräsidenten noch während des Großbrandes am Montagabend. Diese habe ihn berührt. Am frühen Montagabend war im Dachstuhl der weltberühmten gotischen Kathedrale ein Feuer ausgebrochen. Das Dach mitsamt dem Dachreiter aus dem 19. Jahrhundert wurde durch den sich rasch ausbreitenden Großbrand komplett zerstört. Durch einen Großeinsatz konnte die Pariser Feuerwehr eine Zerstörung der weiteren Gebäudestruktur verhindern.

Macron hatte sich am Dienstagabend in einer knapp sechsminütigen Ansprache an das französische Volk gewandt. Darin kündigte er unter anderem an, die massiv beschädigte Kathedrale binnen fünf Jahren „noch schöner“ wiederaufbauen zu wollen. Auch diese Aussage ordnete Aupetit kritisch ein. Der Erzbischof halte es derzeit noch nicht für möglich, eine sinnvolle Prognose für die Dauer der Restaurierung aufzustellen: "Fünf Jahre sind möglich, aber ich denke, es ist ein bisschen früh, um etwas Definitives zu behaupten.“

DT/kim

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