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Mindestens 15 Tote bei Anschlag auf katholischen Gottesdienst

Bei einem Terroranschlag auf eine katholische Gemeinde in Burkina Faso richten Dschihadisten ein Blutbad an.
Terror in Burkina Faso
Foto: IMAGO/xruletkkax (www.imago-images.de) | Seit fast einem Jahrzehnt leidet Burkina Faso unter einem dschihadistisch geprägten Terrorismus.

In Burkina Faso sind Katholiken immer wieder Ziele von dschihadistisch geprägten Angriffen. Bei einem Terroranschlag auf eine katholische Gemeinde in dem westafrikanischen Land sind am Sonntagmorgen während der Messe mindestens 15 Gläubige getötet worden. Dies gab einer Meldung von „Vatican News“ zufolge der Bischof der Diözese Dori, Laurent Bifuré Dabire, in einer Erklärung bekannt.

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Der Anschlag ereignete sich in einem Dorf namens Essakane, lokalen Medienberichten zufolge stürmten bewaffnete Männer die katholische Kirche und richteten ein Blutbad an. Von den Opfern starben zwölf an Ort und Stelle, drei erlagen ihren Verletzungen. Zwei weitere wurden verletzt. „Wir beten für die Bekehrung derjenigen, die weiterhin Tod und Verwüstung in unserem Land säen“, so der Bischof. „Mögen unsere Buß- und Gebetsanstrengungen in dieser Fastenzeit unserem Land, Burkina Faso, Frieden und Sicherheit bringen.“

Keine Provinz verschont von Terroranschlägen

Seit fast einem Jahrzehnt leidet Burkina Faso unter einem dschihadistisch geprägten Terrorismus. Die Terroranschläge begannen im Norden des Landes und sind heute in einigen Regionen häufiger als in anderen, aber keine Provinz des Landes ist davon verschont geblieben. Die Terroristen, die in Burkina Faso als nicht-identifizierte bewaffnete Männer – Hommes Armés Non Identifiés – bezeichnet werden, üben einen entscheidenden Einfluss auf das tägliche Leben der Einwohner in einigen Dörfern aus. So zwingen sie Männer, Hosen bis oberhalb der Fußknöchel, und Frauen, lange Kleidung und den Schleier zu tragen. Die Bevölkerung lebt nach den von den Terroristen auferlegten Vorschriften aus Angst vor Strafen, die bis zur Hinrichtung führen können. 

Die nach zwei Putschen im Herbst 2022 an die Macht gekommene Militärregierung unter General Ibrahim Traoré bemüht sich bislang vergeblich, die Dschihadisten zurückzudrängen. So wurden im Februar 2020 bei einem Angriff auf eine protestantische Kirche im Dorf Pansi im Norden des Landes 24 Menschen getötet und 18 verletzt. Im Dezember 2019 waren 14 Gläubige, darunter Kinder, bei einem Angriff auf eine protestantische Kirche in Hantoukoura im Osten Burkina Fasos getötet worden.

Christen stehen für ein Viertel der Bevölkerung

Im Mai 2019 waren vier Gläubige bei einem Angriff auf eine katholische Kirche in Toulfé, ebenfalls im Norden des Landes, getötet worden. Zuvor waren im selben Monat sechs Menschen, darunter ein Priester, bei einem Angriff auf eine katholische Kirche in Dablo im Norden getötet worden. Im April 2019 waren fünf Menschen bei einem Angriff auf die protestantische Kirche in Silgadji im Norden getötet worden.

Christen machen in dem westafrikanischen Land, das seit 2015 zu einem der Hauptoperationsgebiete des militanten Dschihadismus in Afrika geworden ist, etwa ein Viertel der Bevölkerung Burkina Fasos aus.  DT/chp

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