Portrait

Wolfgang Ockenfels im Portrait

Wolfgang Ockenfels, emeritierter Professor für Christliche Soziallehre, ist seit 1985 Chefredakteur der „Neuen Ordnung“.
Wolfgang Ockenfels in der Kritik
Foto: Wolfgang Radtke (KNA) | Pater Ockenfels, emeritierter Professor für Christliche Soziallehre, ist seit 1985 Chefredakteur der „Neuen Ordnung“.

Er ist streitbar und meinungsstark und gibt eine Zeitung heraus, in der er publizistisches Profil zeigen kann: Wolfgang Ockenfels, Dominikanerpater und emeritierter Professor für Christliche Soziallehre, ist seit 1985 Chefredakteur der „Neuen Ordnung“.

Ein kurzer biografischer Überblick:

Wolfgang Ockenfels ist seit 1967 Mitglied im Dominikanerorden. Er studierte Philosophie und Theologie an der Hochschule seines Ordens in der Nähe von Bonn. Im Jahr 1973 empfing Ockenfels die Priesterweihe. Danach war er von 1974-1978 Student der Sozialethik und Volkswirtschaft im schweizerischen Freiburg.

Seine Promotion erfolgte zum Thema „Gewerkschaften und Staat“. Im Anschluss seiner Promotion verdiente er seinen Lebensunterhalt als Redakteur beim „Rheinischen Merkur“. Im Jahr 1984 erfolgt die Habilitation mit dem Thema „Glaube und Politik“ im Fachbereich „christliche Gesellschaftslehre“. Ab diesem Zeitpunkt wirkte er bis in das Jahr 2015 als Professor für Christliche Sozialwissenschaft an der Universität Trier.

Der Pater und die AfD

Pater Ockenfels ist Mitglied im Kuratorium der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung. Für dieses Engagement war Ockenfels von mehreren Seiten deutlich kritisiert worden. Der Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, fragte beispielsweise über den Kurzmitteilungsdienst Twitter:

„Wie kann ein Dominikanerpater und früherer Berater der CDU sich dazu hergeben, sich im Kontext einer rechtsradikalen Partei zu engagieren?“

Auch die Provinzleitung der Dominikanerprovinz Teutonia hat sich von der Position des Dominikanerpaters Dr. Wolfgang Ockenfels zur AfD distanziert. So heißt es in einer Stellungnahme, die der Orden am Mittwoch auf seiner Website veröffentlichte: „Die Haltung von P. Wolfgang Ockenfels zur AfD ist seine persönliche Einzelmeinung und wird von der Provinzleitung nicht geteilt“

Was sagt Wolfgang Ockenfels zu der Kritik?

Im Gespräch mit der „Tagespost“ verteidigte der Pater seine Mitgliedschaft im Kuratorium der AfD-Stiftung:

„Ich praktiziere jene Dialogbereitschaft, die andere nur proklamieren“. Auch die Kritik vom ZdK-Vorsitzenden Sternberg wies er zurück. Sternberg sei für ihn keine kirchliche Autorität, sondern ein „Parteiinteressenvertreter, der die Merkel-Politik absegnet“.

Das Zentralkomitee sei nicht repräsentativ für die deutschen Katholiken. Zudem warf er Sternberg vor, eine demokratische konservative Partei zu diffamieren und ihm ein Engagement in deren Kontext zu unterstellen, obwohl er lediglich Gespräche mit der AfD und deren Stiftung führe.

Chefredakteur der Zeitschrift „Die neue Ordnung“

Pater Ockenfels, emeritierter Professor für Christliche Soziallehre, ist seit 1985 Chefredakteur der „Neuen Ordnung“. Die Zeitschrift, die mit dem Institut für Gesellschaftswissenschaften Walberberg verbunden ist, steht für einen bestimmten Traditionsstrang in der katholischen Soziallehre der Nachkriegszeit.

Begründet wurde sie von den Dominikanern Laurentius Siemer und Eberhard Welty; beide waren Vordenker des christlich geprägten Widerstandes im Rheinland, gehörten nach dem Krieg zu den geistlichen Impulsgebern für die Gründung der CDU und schufen mit ihrer Zeitung und dem Walberberger Institut einen katholischen „Think tank“ für die „Bonner Republik“.

Wolfgang Ockenfels im Video:

 

Mehr Hintergründe zu Wolfgang Ockenfels und aktuellen katholischen Themen finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost.

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