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Wenn das ZdK zum nützlichen Idioten der Ampel wird

Unter Berufung auf das Zentralkomitee der deutschen Katholiken rief man die CDU/CSU zur Annahme des Selbstbestimmungsgesetzes auf. Damit ist klar: Die selbsternannte katholische Laienvertretung hat ausgedient.
Der grüne Abgeordnete und Queer-Beauftragte der Bundesregierung Sven Lehmann
Foto: IMAGO/Kira Hofmann (www.imago-images.de) | Das Selbstbestimmungsgesetz stärke die Würde des Menschen, wie auch die Kirchen deutlich gemacht hätten, erklärte der grüne Abgeordnete und Queer-Beauftragte der Bundesregierung Sven Lehmann vor dem Bundestag - und ...

Es war ein schwarzer Tag für Frauenrechte, Kinder- und Jugendschutz, Meinungsfreiheit, Debattenkultur und nicht zuletzt die gesellschaftliche Akzeptanz von Transmenschen. Die Annahme des Selbstbestimmungsgesetzes am 12. April 2024 wird als eine der dunkleren Stunden in die Geschichte der Bundesrepublik eingehen.

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In den Führungsriegen des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) dürften hingegen am Freitagnachmittag die Sektkorken geknallt haben: Man wurde lobend im Bundestag zitiert – und zwar durch einen Vertreter der Ampel-Koalition. Die jahrelange Positionsverschiebung in Richtung des links-grünen Zeitgeistes hat sich endlich ausgezahlt. Oder diente man etwa doch nur als nützlicher Idiot?

Queer-Beauftragter Lehmann zitiert ZdK

Das Selbstbestimmungsgesetz stärke die Würde des Menschen, wie auch die Kirchen deutlich gemacht hätten, erklärte der grüne Abgeordnete und Queer-Beauftragte der Bundesregierung Sven Lehmann vor dem Bundestag. Wörtlich zitierte er ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp – mit deren Erlaubnis: „Auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes, das die gleiche Würde eines jeden Menschen betont, setzt sich das ZdK für einen diskriminierungsfreien Umgang mit Trans- und Inter-Menschen innerhalb der Kirche und in unserer Gesellschaft ein. Das ZdK begrüßt ausdrücklich den vorliegenden Entwurf für ein Selbstbestimmungsgesetz.“ Auch der BDKJ fordere das Gesetz sehr deutlich, so Lehmann. 

Dass Sven Lehmann die letzte Woche erschienene vatikanische Erklärung „Dignitas Infinita“ über die Menschenwürde geflissentlich ignoriert, kann man ihm nicht einmal übelnehmen. Das Dokument weist unter anderem auf die Gefahren der Gender-Ideologie für die Menschenwürde hin und bekräftigt gleichzeitig die unveräußerliche Menschenwürde von Transgenderpersonen. Das ZdK hingegen war einmal dafür angetreten, auf Grundlage des katholischen Glaubens segensreich in die Welt hineinzuwirken. Dazu würde beispielsweise gehören, die mit päpstlicher Bestätigung veröffentlichte Erklärung in Deutschland bekannt zu machen und zu vermitteln.

Wenn sich nun hochoffizielle Aussagen des ZdK im Gegenteil dafür nutzen lassen, Druck auf die Unionsparteien in Richtung eines Gesetzes zu machen, das nicht nur dem christlichen Menschenbild, sondern auch jeder politischen Vernunft diametral entgegensteht, dann ist klar: Die selbsternannte katholische Laienvertretung wird ihrem Auftrag nicht mehr gerecht. Das ZdK muss sich die Frage gefallen lassen, warum die deutschen Bistümer es weiterhin finanzieren sollten.

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