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US-Erzbischof und TV-Prediger Fulton Sheen wird seliggesprochen

Er evangelisierte wie kaum ein Zweiter über Radio und Fernsehen: Der Vatikan hat nach langer Verzögerung grünes Licht für die Seligsprechung Fulton Sheens erteilt.
Der populäre US-Erzbischof Fulton Sheen
Foto: IMAGO / GRANGER Historical Picture | Fulton Sheen gewann breite Popularität durch die ab 1930 ausgestrahlte wöchentliche Radiosendung „The Catholic Hour“, später auch mit dem TV-Programm „Life Is Worth Living“.

Nach jahrelanger Verzögerung scheint es nun endlich so weit zu sein: Der populäre amerikanische Erzbischof und TV-Prediger Fulton Sheen (1895–1979) wird seliggesprochen. Louis Tylka, Bischof der US-Diözese Peoria, in der Sheen 1919 zum Priester geweiht worden war, gab am Montag bekannt, dass der Vatikan grünes Licht für die Seligsprechung erteilt habe. Der Heilige Stuhl habe ihn darüber informiert, dass „der Fall des ehrwürdigen Dieners Gottes, Erzbischof Fulton J. Sheen, zur Seligsprechung führen kann“, so Bischof Tylka in einer Stellungnahme.

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Tylka selbst teilte noch kein genaues Datum für die Seligsprechung mit. Das katholische US-Portal „The Pillar“ berichtet jedoch unter Berufung auf Quellen, die unmittelbar mit dem Seligsprechungsprozess betraut sind, dass eine Seligsprechung im September wahrscheinlich sei. Die heilige Messe aus diesem Anlass soll außerhalb der ländlichen Diözese Peoria im US-Bundesstaat Illinois stattfinden, wo das Seligsprechungsverfahren initiiert worden war.

„Eine der größten Stimmen der Evangelisierung des 20. Jahrhunderts"

Bischof Tylka nannte Sheen in seiner Stellungnahme „eine der größten Stimmen der Evangelisierung des 20. Jahrhunderts innerhalb der Kirche und auf der ganzen Welt“. Er habe seit Langem die lebenslange Hingabe des Erzbischofs bewundert, der Kirche als Priester zu dienen.

Die Seligsprechung Fulton Sheens hätte ursprünglich bereits im Jahr 2019 stattfinden sollen, war jedoch auf Bitten einiger US-Bischöfe ausgesetzt worden. Diese forderten damals, dass die Personalie Fulton Sheen noch einmal eingehend geprüft werde. Der Grund dafür dürfte eine Klage aus dem Jahr 2007 gewesen sein, in der dem 1979 verstorbenen Sheen vorgeworfen worden war, während seiner Tätigkeit im Erzbistum New York einen Missbrauchsfall vertuscht zu haben. Sheens Heimatdiözese Peoria hatte bereits 2019 betont, dass es nie Vorwürfe gegen den charismatischen „Televangelisten“ gegeben habe, die ihn „mit dem Missbrauch einer minderjährigen Person“ in Verbindung gebracht hätten. Dem Portal „The Pillar“ zufolge hätten sich die Vorwürfe nicht erhärtet, und es seien seitdem auch keine neuen erhoben worden.

Ein weiteres Hindernis, das die Seligsprechung wohl verzögerte, dürfte ein Insolvenzverfahren der Diözese Rochester sein, der Fulton Sheen von 1966 bis 1969 als Bischof vorstand. Nachdem dieses im September 2025 abgeschlossen wurde, war für den Vatikan offenbar die letzte verbleibende Hürde für die Seligsprechung aus dem Weg geräumt. Bereits 2019 hatte Papst Franziskus ein auf Fürsprache von Sheen erwirktes Wunder anerkannt, was die Voraussetzung für die Aufnahme eines Seligsprechungsprozesses bildet.

Sheen gewann breite Popularität durch die ab 1930 ausgestrahlte wöchentliche Radiosendung „The Catholic Hour“, später auch mit dem TV-Programm „Life Is Worth Living“. Für das Format wurde er sogar mit dem „Emmy Award“ ausgezeichnet.  DT/mlu

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