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Vorgeburtliche Bluttests: Woelki sieht falsche Frage im Mittelpunkt

Anstatt darüber zu diskutieren, ob vorgeburtliche Bluttests zur Erkennung von Down-Syndrom künftig von den Krankenkassen übernommen werden sollen, müsse man sich die Frage stellen: „Sagen wir Ja zu jedem Kind?“
Kardinal Woelki zu pränatalen Tests
Foto: Oliver Berg (dpa) | Es sei sehr verständlich, dass sich alle Eltern ein gesundes Kind wünschten, so Kardinal Woelki. „Deshalb ist auch die Angst davor, es könnte anders kommen und das Kind sei womöglich behindert, ganz natürlich.“

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki sieht in der Diskussion um vorgeburtliche Bluttests zur Diagnose des Down-Syndroms als Kassenleistung die falsche Fragestellung im Mittelpunkt. „Viel wichtiger ist doch das, worum es eigentlich geht: Sagen wir Ja zu jedem Kind? Und können wir den Eltern, die das Los tragen, ein krankes oder behindertes Kind zu bekommen, wirkungsvoll helfen?“ Diese Fragen wirft Woelki im Gespräch mit der Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln auf.

Bundestag debattiert heute über vorgeburtliche Bluttests

Heute debattiert der Bundestag darüber, ob vorgeburtliche Bluttests künftig von den Krankenkassen bezahlt werden sollen. Eine endgültige Entscheidung soll der „Gemeinsame Bundesausschuss von Krankenkassen, Ärzten, Kliniken und Patientenbeauftragten“ im Herbst treffen.

Er wolle viel lieber darüber streiten, so Woelki, ob die Gesellschaft es wirklich ernst meine mit der Würde eines jeden einzelnen Menschen, „ungeachtet seiner Fähigkeiten, seiner Fitness, seines volkswirtschaftlichen Nutzwertes“. Gleichzeitig sei es sehr verständlich, dass sich alle Eltern ein gesundes Kind wünschten. „Deshalb ist auch die Angst davor, es könnte anders kommen und das Kind sei womöglich behindert, ganz natürlich.“

Woelki: Wie geht es weiter, wenn ein Test ungünstig ausfällt?

Nach Ansicht des Kölner Erzbischofs ist es logisch, dass viele auf das Angebot pränataler Tests zurückgriffen, wenn die Medizin in der Lage sei, vor der Geburt schon viele Fragen zu klären - „auch als Reaktion auf die eigene Angst und Sorge“. Man müsse sich jedoch die Frage stellen, wie es weitergehe, wenn solch ein Test ungünstig ausfalle und eine Behinderung oder eine Down-Syndrom-Erkrankung festgestellt werden könne. „Hier müssen wir ansetzen, Hilfe anbieten und Mut machen, wir müssen aufzeigen, dass eine solche Nachricht, so erschütternd sie verständlicherweise ist, doch nicht das Ende ist, sondern der Anfang eines unerwarteten Weges.“

DT/mlu

Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost.

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