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Rothweiler warnt vor vorgeburtliche Bluttests als Kassenleistung

Der Druck auf Schwangere, „alles zu tun, alles zu testen“, würde steigen, so der Programmleiter des katholischen Fernsehsenders „EWTN“ in Deutschland. Es dürfe nicht Selektion statt Inklusion gelten.
Experten befürchten mehr Abtreibungen bei Down-Syndrom
Foto: Tobias Kleinschmidt (dpa) | Am Donnerstag debattiert der Bundestag darüber, ob vorgeburtliche Bluttests künftig von den Krankenkassen bezahlt werden sollen. Eine Entscheidung wird im Herbst erwartet.

Der Programmleiter des katholischen Fernsehsenders „EWTN“ in Deutschland, Martin Rothweiler warnt davor, vorgeburtliche Bluttests bei Schwangeren in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufzunehmen. In anderen Zusammenhängen spreche man stets von Inklusion und Willkommenskultur. „Aber was ist mit den Kindern im Mutterleib? Haben sie kein Recht, nur weil man sie nicht sieht?“, fragt Rothweiler in einem Beitrag für das Portal „katholisch.de“.

Diagnose Down-Syndrom: In neun von zehn Fällen entscheiden sich Schwangere für Abtreibung

Am Donnerstag debattiert der Bundestag darüber, ob vorgeburtliche Bluttests künftig von den Krankenkassen bezahlt werden sollen. Eine endgültige Entscheidung soll der „Gemeinsame Bundesausschuss von Krankenkassen, Ärzten, Kliniken und Patientenbeauftragten“ im Herbst treffen. Für Martin Rothweiler indes steht fest: Es dürfe nicht Selektion statt Inklusion gelten. Hier könnten Bilder helfen, zu verstehen, dass es um Menschenleben geht.

Darüber hinaus verweist der 60-Jährige auf Statistiken, denen zufolge sich Frauen in neun von zehn Fällen für die Tötung ihres Kindes entscheiden würden, wenn eine hohe Wahrscheinlichkeit für das Down-Syndrom festgestellt worden sei. Der Druck auf Schwangere, „alles zu tun, alles zu testen“, würde steigen, so Rothweiler. „Und überhaupt: Wie müssen sich Menschen mit Down-Syndrom in unserer Gesellschaft fühlen, wenn sie ,vermeidbar' waren?“

Durchschnittspreis 300 Euro pro pränataldiagnostischem Test

Zudem nennt Rothweiler die Schätzungen des Geschäftsführers der „Stiftung Ja zum Leben“, Rainer Klawki. Dieser habe vorgerechnet, was der pränataldiagnostische Bluttest in etwa kosten würde, sollte er flächendeckend eingesetzt werden. „Bei einem Durchnittspreis des Tests von rund 300 Euro und jährlich etwa einer Million Schwangerschaften – Abbrüche mit eingerechnet – käme man auf 300 Millionen Euro.“ Bei rund 1 000 Geburten von Kindern mit Down-Syndrom in Deutschland entspreche dies einem Betrag von 300 000 Euro pro Kind.  

DT/mlu

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