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Überlebensfrage für den Libanon

Die UN-Blauhelmsoldaten geraten zwischen die Fronten von Israel und Hisbollah. UN-Generalsekretär Guterres und Papst Franziskus stemmen sich gegen die wachsende Eskalation.
UNIFIL-Fahrzeug in Marjeyoun
Foto: IMAGO/Ali Hashisho (www.imago-images.de) | Angesichts der aktuellen Entwicklung im Libanon forderte der Papst, „dass die UN-Friedenstruppen respektiert werden“. Genau das ist derzeit jedoch nicht der Fall.

Wie sich Papst Johannes Paul II. vor 21 Jahren gegen die US-amerikanische Invasion im Irak stemmte, so stellt sich heute Papst Franziskus gegen die militärische Eskalation im Libanon. Wider all jene Stimmen, die davon überzeugt sind, dass ein Sieg Israels über die Hamas, die Hisbollah und sogar über den Iran gerade jetzt in Reichweite sei, richtete der Papst am Sonntag einen Friedensappell an die Konfliktparteien: „Ich fordere einen sofortigen Waffenstillstand an allen Fronten. Um den Frieden zu erreichen, müssen die Wege der Diplomatie und des Dialogs eingeschlagen werden.“

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Angesichts der aktuellen Entwicklung im Libanon forderte der Papst, „dass die UN-Friedenstruppen respektiert werden“. Genau das ist derzeit jedoch nicht der Fall: Die mehr als 10.000 UN-Blauhelmsoldaten der Mission UNIFIL wurden am Ende des jüngsten Libanon-Kriegs 2006 in der Pufferzone stationiert, um die Einhaltung der Waffenruhe zu überwachen. Sie werden heute nicht nur Zeugen des Scheiterns ihrer Mission, sondern sind selbst ins Kreuzfeuer geraten. Die Truppe, die über kein robustes Mandat verfügt, konnte die Eskalation nicht verhindern und gerät seit Tagen selbst in Gefahr. Mehrere Blauhelmsoldaten wurden verletzt, andere bedroht.

Völkerrecht wird mit Füßen getreten

Israel behauptet nun mit Recht, dass die Terrororganisation Hisbollah ihre Waffenlager und Angriffsinfrastruktur bewusst in die Nähe von Stellungen der UN-Friedensmission legt – wie übrigens auch in christliche Dörfer im Südlibanon -, um die UN-Soldaten als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. UN-Generalsekretär António Guterres, der in Israel bereits zur unerwünschten Person erklärt wurde, behauptet ebenfalls mit Recht, dass die jüngsten Angriffe der israelischen Armee auf Stützpunkte der UN-Friedenstruppen gegen das Völkerrecht verstoßen. Beides zusammen belegt neuerlich, dass das Völkerrecht in dieser Auseinandersetzung mit Füßen getreten wird.

Damit ist aber auch die UNIFIL-Mission gescheitert, die nur dann sinnvoll wirken kann, wenn das Völkerrecht und die Autorität der Vereinten Nationen respektiert werden. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat den UN-Generalsekretär vehement aufgefordert, die UNIFIL-Soldaten abzuziehen, weil diese sonst zu „Geiseln der Hisbollah“ würden. Doch Guterres verweigert den Rückzug der Friedenstruppen – nicht etwa, weil er die jungen Blauhelmsoldaten der wachsenden Gefahr aussetzen will, sondern weil er noch immer hofft, eine weitere Eskalation verhindern zu können. Ein riskantes Spiel, von dem aber mehr als nur das Überleben des Libanon abhängt.

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Stephan Baier António Guterres Benjamin Netanjahu Hamas Hisbollah Johannes Paul II. Papst Franziskus UNO

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