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Netanjahu und Trump wollen den Regimewechsel

Israel und die USA führen einen Krieg gegen Iran, bei dem es nicht nur um das Atom- und Rüstungsprogramm oder um die arabischen Proxys der iranischen Mullahs geht.
Außenpolitikkorrespondent Stephan Baier, Donald Trump
Foto: DT / IMAGO / Anadolu Agency | Dunkle Stunde oder Moment der Befreiuung? Donald Trump kündigt den Militärschlag gegen Iran an.

Nun ist das orientalische Pulverfass explodiert. Oder präziser: US-Präsident Donald Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu haben sich zu einer kontrollierten Sprengung entschlossen, statt der Entwicklung weiter zuzusehen oder auf weitere Verhandlungen zu setzen. Schon in der Vorwoche war in Jerusalem von klugen Beobachtern zu hören, dass mit einem vereinten Militärschlag Israels und der USA gegen Teheran zu fest rechnen sei – wobei manche mit einer harten, aber kurzen Intervention rechneten, andere mit einem langen Krieg.

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Genau das liegt aber nun nicht mehr in der Hand der verantwortlichen Akteure. Anders als im Vorjahr geht es jetzt nämlich um das Überleben des Mullah-Regimes im Iran. Dieses hatte zuletzt die Exekution hochrangiger iranischer Militärs wie auch die amerikanisch-israelischen Luftschläge mit erstaunlichem Fatalismus hingenommen – um eine militärische Eskalation zu vermeiden und die Macht im eigenen Land gegen die zunehmend aufbegehrenden Volksmassen abzusichern.

Regime im Überlebenskampf

Nun aber geht es um den Regimewechsel, das haben Trump und Netanjahu vor wenigen Stunden klargestellt. Die Militäraktion werde die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass das iranische Volk „sein Schicksal in die eigenen Hände“ nehmen kann, sagte Israels Premierminister. Auch der US-Präsident rief die Iraner auf, die Macht im Lande zu übernehmen. Beide wissen, dass es bis 1978 einen Iran gab, der Israel- und Amerika-freundlich agierte, und dass mit dem Sohn des damals gestürzten Schahs, Prinz Reza Pahlavi, jetzt eine westlich orientierte sowie in iranischen Oppositions- und Exilkreisen hoch angesehene Führungspersönlichkeit – zumindest für den Übergang – zur Verfügung steht.

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Das Mullah-Regime kämpft nun also nicht mehr um einen Kompromiss in den Fragen des Atomprogramms, der Rüstung oder der Unterstützung für die „Achse des Widerstands“ (Hamas, Hisbollah, Huthis), sondern ums Überleben. Darum wehrt sich das Regime ohne Rücksicht auf Menschenleben: mit Raketen gegen Israel und US-Stützpunkte im Orient, aber auch auf den Straßen des Iran. Der höchste Blutzoll droht wohl den iranischen Bürgern, die gegen das Mullah-System aufstehen. Zumal die USA den Einsatz von Bodentruppen bereits ausgeschlossen haben. Die nächsten Stunden und Tage werden zeigen, wie fragil das iranische Regime bereits ist.

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